MUSIK

„Paranoia“ von Bobby Sparks II: Männermusik

Portraitfoto Bobby Sparks II
Foto: Boris Breuer

Bobby Sparks II, „Paranoia“ ist dein zweites Album als Bandleader. Was hast du aus dem ersten gelernt?

Bobby Sparks: Ich habe von meinem ersten Album „Schizophrenia“ gelernt, dass ich ein Album aufnehmen und veröffentlichen kann, das wirklich mich und meine Einflüsse repräsentiert. Dass es den Leuten gefallen hat, hat mir natürlich bestätigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das dritte Album wird noch wilder werden.

Was hat der Albumtitel zu bedeuten?

Sparks: Nachdem ich mich im Jahr 2020 mit Covid angesteckt hatte, hatte ich einen Schlaganfall. 2021 habe ich mich erneut infiziert, was zu zwei weiteren Schlaganfällen geführt hat. In dieser Zeit war ich sehr unsicher und paranoid, weil ich nicht wusste, wie es weitergeht. Zum Glück habe ich mich mithilfe meiner Familie und der Musik erholt. Ich spiele wieder Shows, und ich freue mich auf meine Europa-Tour im Mai.

Du hast „Paranoia“ deinem verstorbenen Vater gewidmet, dessen Stimme auch kurz darauf zu hören ist. War er eine große Inspiration für dich?

Sparks: Mein Vater war Trompeter in einer Bebop-Band, außerdem ein Bluesmusiker und ein Lehrer. Er hat mir Dizzy Gillespie, Count Basie, Jimmy Smith, Duke Ellington und viele mehr gezeigt. Ich hatte das Glück, dass er mir mit nur sechs Jahren meine erste Hammondorgel gekauft hat. Als Kind war ich immer von Musik und großartigen Künstlern umgeben. Alles, was ich musikalisch tue, geht auf den Einfluss und die Liebe meines Vaters zurück.

Außer von Jazz bist du auch von anderen Genres inspiriert. Wann hast du entschieden, Prince und Elton John zu covern?

Sparks: Ich habe 2010 drei Wochen mit Prince geprobt, um mit ihm auf Tournee zu gehen. Kurz nach seinem Tod habe ich gemeinsam mit Liz Wright in Minneapolis „Sometimes it snows in April“ gespielt. Das war schon immer mein Lieblingssong von ihm. Ich wusste, dass ich ihn auf dem Album haben wollte, mit Liz als Sängerin. Elton John hat mir der Gitarrist Andy Timmons gezeigt. Wir sind zusammen aufgetreten, und er hat den Song „Goodbye yellow Brick Road“ gespielt, den ich einfach schön fand. Unser Bassist hat dann Chris Walker als Sänger vorgeschlagen, der eine Superleistung abgeliefert hat.

Ziemlich mutig, den Opener „Musical Diarrhea“ zu nennen. Was hat es damit auf sich?

Sparks: In dem Song steckt einfach eine ganze Menge Noten. Ich habe ihn für die Jungs da draußen geschriebben, voller Testosteron – Männermusik! Nach dem Motto: Wir zeigen, dass wir spielen können, dass wir bad motherfuckers sind. (lacht)

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