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Die besten Bücher 2021: Empfehlungen für den November

Buchcover: Die besten Bücher im November 2021

K-Ming Chang hat einen schwindelerregenden Debütroman geschrieben: Durchzogen vom magischen Realismus, erzählt „Bestiarium“ die Geschichte dreier Generationen einer Familie, die von Taiwan nach Arkansas zieht. Ob sie damit auch die Spitzenposition auf unserer Liste der besten Bücher im November 2021 holt?

Auch An Yu legt ein spektakuläres Debüt vor, in dem sie mit den Grenzen des Realismus spielt: In „Unter Wasser atmen“ trifft Protagonistin Jia Jia der plötzliche Suizid ihres reichen Mannes völlig unerwartet. Einziger Hinweis ist die rätselhafte Zeichnung eines Fischmenschen, die er hinterlassen hat …

Das Buch zur Zeit ist ohne Frage „Salonfähig“ von Elias Hirschl. Sein Schlüsselroman über den frisch zurückgetretenen Bundeskanzler der Republik Österreich beschränkt sich aber nicht auf die Figur Sebastian Kurz. Es soll ja auch in der hiesigen Union Slum-Fit-Anzugträger geben, die mit Korruption so ihre Erfahrung haben.

Auch Mama Mengiste hat gute Chancen auf einen Spitzenplatz auf unserer Liste der besten Bücher im November 2021. In „Der Schattenkönig“ erzählt sie von Mussolini Truppen, die 1935 in Äthiopien einfallen. Obwohl der Kaiser ins Exil flieht und die Faschisten äußerst brutal vorgehen, leistet die Bevölkerung hartnäckig Widerstand – auch die Frauen, die Seite an Seite mit den Männern kämpfen.

Oder führt Kristen Arnett mit „Ziemlich tote Dinge“ unsere Liste der besten Bücher im November 2021 an? Von klein auf vergöttert Jessa ihren Vater, einen Experten für Tierpräparation. Sein Suizid stürzt die Familie in eine tiefe Krise. Jetzt muss Jessa, die als Einzige das Handwerk des Vaters beherrscht, das Geschäft retten – und sich gleichzeitig mit den skurrilen Blüten auseinandersetzen, die die Trauer ihrer Angehörigen treibt.

Die besten Bücher im November 2021

5. Maaza Mengiste: Der Schattenkönig

Die besten Bücher im November 2021: „Der Schattenkönig“ von Maaza Mengiste„Der Schattenkönig“ ist ein wildes Buch voller Blut, Tränen und Staub, in dem sich eine Kriegsheldin als Monster entpuppt und ein stolzer General als Vergewaltiger. Maaza Mengiste tritt als Chronistin auf, konzeptualisiert unmenschliches Verhalten, ohne es entschuldigen. Und immer wieder lässt sie einen Chor der Toten sprechen, der die Ereignisse kommentiert, aber nicht eingreifen kann.

dtv, 2021, 576 S., 25 Euro

Aus d. Engl. v. Brigitte Jakobeit u. Patricia Klobusiczky

4. K-Ming Chang: Bestiarium

Buchcover „Bestiarium“ von K-Ming ChangDas Leben von Großmutter, Mutter und Tochter verpflichten sich mit Volksmärchen – insbesondere dem von Hu Go Po, einer Frau, von der ein Tigergeist Besitz ergreift. Sie muss die Zehen kleiner Kinder verspeisen, um Mensch zu bleiben. Und auch in der Sprache von K-Ming Chang durchmischen sich Wirklichkeit und Fiktion: mit einer Prosa, die voller Ideenreichtum davon handelt, wie sich politische Realitäten und die Fiktionen, die wir über sie erzählen, in menschliche Leben einschreiben.

Hanser Berlin, 2021, 288 S., 24 Euro

Aus d. Engl. v. Stefanie Jacobs

3. An Yu: Unter Wasser atmen

Buchcover „Unter Wasser atmen“ von An YuNach und nach kehrt die junge Pekingerin Jia Jia nach dem plötzlichen Suizid ihres Ehemannes ins Leben zurück: Sie beginnt wieder zu malen und hat eine Affäre. Doch die rätselhafte Zeichnung eines Fischmenschen, die ihr Mann hinterlassen hat, lässt ihr keine Ruhe. Immer öfter träumt sie von jenem Fischmann … Eine Spurensuche führt bis nach Tibet, doch jeder Hinweis scheint nur noch mehr Fragen aufzuwerfen.

dtv, 2021, 224 S., 20 Euro

Aus d. Engl. v. Tanja Handels

2. Elias Hirschl: Salonfähig

Die besten Bücher im November 2021: „Salonfähig“ von Elias HirschlDer namenlose Icherzähler des Romans ist Mitglied einer rechtskonservativen Partei namens Junge Mitte und mehr als nur Fan von dessen Vorsitzenden Julius Varga, der in Österreich auf dem Sprung zum Kanzler ist. Hirschls Antiheld imitiert sein Idol vom Slum-Fit-Anzug bis hin zum Hinken, er cruist im Porsche durch Wien, mag Champagner und Koks – doch sein größtes Glück ist es, als er in dessen Abwesenheit Vargas Blumen gießen darf.

Zsolnay, 2021, 254 S., 22 Euro

1. Kristen Arnett: Ziemlich tote Dinge

Buchcover „Ziemlich tote Dinge“ von Kristen ArnettZum Thema ihres grandiosen Debütromans ist Kristen Arnett über Internet-Memes gekommen. Die wahre Bedeutung der Tierpräparation hat sie aber erst später entdeckt. „Als ich mit der ersten Fassung fast fertig war, ist mir klar geworden, dass die Taxidermie das ganze Buch bestimmt: Wie wir an Erinnerungen festhalten und versuchen, die Vergangenheit zu formen, Trauer, Nostalgie – das sind alles Formen von Taxidermie“, sagt sie im Interview mit kulturnews.

Ecco, 2021, 432 S., 22 Euro

Aus d. Engl. v. Brigitte Jakobeit

 

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