URBANE KULTUR

Königsallee: Düsseldorfer Schauspielhaus

Thomas Pleschinskis Roman „Königsallee“ ist eine Kolportage aus dem Nachkriegsdüsseldorf – die von Wolfgang Engel 2015 fürs Theater entdeckt wurde.

Düsseldorfer Schauspielhaus  "Königsallee"
Sebastian Hoppe

Die Düsseldorfer Königsallee ist die prototypische Straße der Landeshauptstadt, ein Ort, an dem sich die Schichten der Stadt exemplarisch mischen wie auf der Münchner Maximilianstraße oder der Frankfurter Zeil. Vor allem aber ist die Königsallee auch der Ort, an dem das traditionsreiche Luxushotel Breidenbacher Hof steht, in dem in den Fünfzigern unter anderem Thomas Mann nächtigte – was 2013 den Schriftsteller Thomas Pleschinski zu einem Roman inspirierte, in dem der 79-jährige Großschriftsteller 1954 hier seinen ehemaligen Liebhaber wiedertrifft. Eine Kolportage, ja, aber eine Kolportage, die ihre historischen Figuren so ernst nimmt wie ihr titelgebendes Setting, die aufstrebende Metropole zwischen Wirtschaftswunderüberfluss und Nachkriegselend.

Klar, dass die Dramatisierung von Pleschinskis Roman nur hier stattfinden kann – die erste Premiere der Schauspielhaussaison verantwortet Wolfgang Engel, langjähriger Intendant in Leipzig, der 2009 in Düsseldorf „Joseph und seine Brüder“ inszenierte, eine Romandramatisierung John von Düffels nach – Thomas Mann. Für „Königsallee“ hat Engel eine eher konservative Regiesprache gefunden, die angesichts einer Flut an postdramatisch aufgeladenen Romandramatisierungen allerdings nicht ohne Reiz ist.

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