FILM

Eine Französische Mordsache: Mord und Intrigen in der Provinz

Eine Französische Mordsache: Als der vierjährige Grégory Villemin in den Vogesen ermordet wird, tun sich in der französisischen Provinz in den 1980er-Jahren Abründe auf. Die Familie hatte schon vor Jahren Anrufe voller Hass und Drohungen erhalten. Die Polizei hatte Menschen aus der näheren Verwandtschaft oder Bekanntschaft als Täter vermutet, aber niemals jemandem etwas beweisen können. Jetzt war beim Bruder des Vaters wieder ein Anruf eingegangen – das Telefon der Eltern wurde überwacht, was die Täter offensichtlich wussten, und wenige Stunden später fand man das Kind ertrunken im Fluss. Eine französiche Mordsache kann ab sofort auf Starzplay gestreamt werden.

Was die Abgründe anbetrifft: Sie tun sich erst nach dem Mord so richtig auf. Die französischen Medien haben – von den Tageszeitungen über Rundfunk und TV – alle ihre Zentrale in Paris, und ihre Arroganz gegenüber den Vogesen kommt von Anfang an in vielen Aussagen, aber auch in Tagen, zum Ausdruck. Schon bald konkurrieren die Journalistenscharen untereinander beim Versuch, den Eltern des ermordeten Kindes einen Anwalt für eine Nebenklage zu verschaffen und so an Akteneinsicht zu gelangen. Sie manipulieren den ermittelnden Richter, vertreten hanebüchen-offensiv ohne Sachkenntnis ihre eigenen Theorien, wer den Jungen ermordet hat (die Mutter!) und fordern Verhaftungen.

Dann wird der erste Verdächtige verhaftet, und die Karten werden neu gemischt. Die Serie Eine Französische Mordsache handelt von einem wahren Mordfall in Frankreich, die Charaktere hat es damals, wenn auch nicht bis in die letzten Facetten, größtenteils wirklich gegeben. Ebenso die rigorose erpresserische Vorgehensweise der Meiden. Regisseur Christophe Lamotte gelang  mit der Serie eine gelungene Mischung aus Drama und Thriller, wobei er ästhetische Mittel des Realismus aus dieser Zeit aufgreift und so die Serie angenehm altmodisch rüberkommt. jw

Nichts verpassen! Einfach unseren Film-Newsletter abonnieren! Anmelden