MUSIK

Widerstand und Alltag

Ela Minus mit ihrem Equipment
Foto: Teddy Fitzhug

„Acts of Rebellion“: Das Debütalbum von Ela Minus hat so viel Punkappeal, wie der Titel verspricht – und klingt doch ganz unerwartet. Fast ein Jahrzehnt lang hat die in Kolumbien geborene Gabriela Jimeno in ihrer Punkband Ratón Pérez das Schlagzeug gespielt – doch dann ist sie für ein Studium am Berklee College of Music in die USA gezogen. In Boston hat Jimeno nicht nur ihren Abschluss in Jazz Drumming gemacht, sondern bei ersten Stippvisiten in die Clubszene auch gelernt, wie subversiv elektronische Musik sein kann.

Inzwischen lebt die 30-jährige Musikerin in Brooklyn, und wenn sie als Ela Minus harte Clubsounds mit eingängigen Gesangsmelodien kombiniert, schimmern immer wieder Kraftwerk und die von Wave und Industrial geprägten Anfangstage elektronischer Musik durch, die Jimeno ins Jetzt überträgt. „In meiner Musik geht es um kleine Widerstandsgesten im Alltag, um Solidarität und Gemeinschaftsgefühl. Bei aller Wut ist Liebe doch die schlagkräftigste Waffe“, sagt Jimeno, und so ist ihr Debüt von positiver Selbstermächtigung geprägt: Mit „They told us it was hard, but they were wrong“ postuliert sie ihren DIY-Ansatz: Sie hat „Acts of Rebellion“ komplett in Eigenregie eingespielt und produziert.

 

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I write things on tape and put them on my walls, my synths, my clothes. little reminders for when im not paying attention. – -. i chose some of the notes I had around while making the album and @drme_studio made this posters for — to have in your own home. Before we announced the album I shipped this to some of you. if you got one, I hope you liked it, put it on your wall and each time you see it you smile and feel stronger. If you didn’t there is a link in my website where you can get the files and print your own. you can also still download the files to project your own megapunk. <<im giving all this artwork away, i hope it inspires you. print it, project it, draw on it; do whatever you want with it. be active>> ♡

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Auch ein Titel wie „Do whatever you want, all the Time“ steht für sich – lediglich das anderthalbminütige Instrumental „Let them have the Internet“ klingt ein wenig resignativ. „Ach was“, protestiert Jimeno. „Am Anfang habe ich im Internet die große Chance auf einen Freiraum gesehen, doch dann kamen die großen Konzerne, und mit den Versprechungen, unser Leben komfortabler zu machen, haben sie die Kontrolle übernommen. Für mich bringt der Songtitel eine positive Bewältigungsstrategie zum Ausdruck: Schalten wir doch einfach unsere Telefone aus. Während die Arschlöcher online sind und sich gegenseitig irgendwelche Sachen verkaufen, können wir uns mit unseren Freunden treffen, um konspirativ zu sein oder einfach die spannenderen Dinge zu tun.“

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