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Holy Hive entdecken die Grenzenlosigkeit ihres Sounds

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Geschäftig: Holy Hive veröffentlichen ihr zweites Album in zwei Jahren.Foto: Sesse Lind

Endlich! Heute erscheint das zweite, selbstbetitelte Album des wunderbaren Folkpop-Duos Holy Hive. Spätestens seitdem die Band uns im Juni mit „Ain’t that the Way“ einen Vorgeschmack auf ihren Zweitling geliefert hat, sind wir Fans. Nun ist das zweite Album des Duos in ebenso vielen Jahren endlich draußen – und Homer Steinweiss und Paul Spring ziehen darauf alle nur erdenklichen Register.

Denn wo die meisten Musiker:innen jetzt erst Material veröffentlichen, das teilweise schon vor der Pandemie entstanden ist, geht das zweite Album von Holy Hive auf Konfrontationskurs mit der Krise. Das Ergebnis sind noch persönlichere Texte, eingebettet in den gekonnt produzierten Sound des Duos, für den es nach wie vor keinen besseren Titel gibt als Folk Soul.

Dieser Begriff hat schon auf dem ersten Album des Duos nur an der Oberfläche gekratzt, doch jetzt werfen Steinweiss und Spring alle Genrekonventionen über Bord: Die altbekannten Elemente aus Soul und Folk treffen aus Versatzstücke auf mexikanischen Balladen und türkischem Funk.

Das Ganze ist so hinreißend und eingängig, dass es nicht weit hergeholt klingt, dem Duo aus Brooklyn eine ähnliche Senkrechtstarter-Karriere zu prophezeien, wie sie in den letzten Jahren eine andere Cratedigger-Band hingelegt hat: Khruangbin aus Texas, die auch Vibes am laufenden Band präsentieren.

Mit ihrem 2020er Debüt „Float back to you“ haben Holy Hive den Grundstein ihres Sounds gelegt. Der Nachfolger liefert jetzt genau das ab, was ein selbstbetiteltes Album im besten Falle abliefert: ein umfassendes, künstlerisches Statement. Steinweiss und Spring beweisen auf ihrem Zweitling, dass ihrem Songwriting keinerlei Grenzen zu setzen sind, und dass selbst eine globale Pandemie ihre Kreativität nur beflügelt.

So ist „Holy Hive“ endlich die in Zeiten von Corona entstandene Platte, die nicht nur durch die Krise tröstet, sondern neue Horizonte malt. Einziger Nachteil: So erscheint die Wartezeit auf den Drittling nur noch länger. Ein Glück, dass Holy Hive gerade kreativ genug sind, und wir den mit etwas Glück schon 2022 erwarten können.

„Holy Hive“ im Stream auf Spotify

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