FILM

TV-Tipp: Anti-Trump-Doku „Fahrenheit 11/9“

Das Gute an dem wie immer bei Michael Moore („Bowling for Columbine“) wilden, polemischen und engagierten Film „Fahrenheit 11/9“ ist: Er nimmt nicht nur den demagogischen US-Präsidenten Donald Trump ins Visier. Er stellt vielmehr die Diagnose, dass Trump nicht vom Himmel fiel, sondern dass der Boden für seine populistisch-rassistische Politik lange vorher bereitet wurde: vom verkommenen, von machtgeilen und wirtschaftshörigen Eliten dominierten politischen System der USA. Und gerade die Demokraten seziert Moore vorbildlich.

Moore verliert dieses Thema  aber immer wieder gerne aus dem Fokus. Er wird unsachlich (Ist Trump scharf auf seine Tochter Ivanka?) und überprovokativ, indem er Parallelen zwischen Trumps Regentschaft und der NS-Zeit herstellt und Donald Trump Hitler-Reden in den Mund legt. Damit schwächt er seine eigene Argumentation, die ihn erneut zu einem Highschool-Amoklauf führt und in seine Heimatstadt Flint, wo die Politik von Investmentunternehmern auf Gouverneursposten schockiert und Barack Obama einen verstörenden Auftritt hinlegt. Dennoch: Dass man gegen den US-Präsidenten etwas unternehmen muss, ist ohne Zweifel wahr – und deswegen sollte man diesen wilden, polemischen und engagierten Film auch nicht verpassen.

Wer streamt „Fahrenheit 11/9“? Amazon? Netflix? Nicht nötig –  der Film läuft heute Abend um 21:45 Uhr auf ZDFinfo.