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„Push“: Alltagsheldinnen bei der Arbeit

Nalan Arzouni (Mariam Hage), Anna Koch (Anna Schudt), und Greta Malinger (Lydia Amasko).
Nalan Arzouni (Mariam Hage), Anna Koch (Anna Schudt), und Greta Malinger (Lydia Amasko) arbeiten zusammen in der Geburtsklinik. (Foto: Nico Roicke (ZDF))

Schreiende Babys, Wehen und blutende Plazenten – gehören in der ZDFneo-Serie „Push“ zum Alltag. Jetzt auf ZDFneo und in der ZDF-Mediathek.

Leben retten ist das tägliche Brot jedes Helden und jeder Heldin. Auch bei Nalan, Anna und Greta in der ZDFneo-Serie „Push“ ist das so, jedoch unterscheiden sie sich von typischen Superheldinnen wie Wonder Woman, Black Widow oder Supergirl: Statt einem sexy Kampfoutfit tragen sie Hebammenuniformen. Zwei Staffeln lang werden die drei Frauen durch ihren hektischen Klinikalltag inklusive schreiender Babys, erschöpfter Mütter und hyperventilierender Väter begleitet. Die zweite Staffel von „Push“ läuft jetzt auf ZDFneo und ist in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Dass das Leben als Hebamme alles andere als leicht ist, erfährt die Hebammenstudentin Greta Malinger (Lydia Amasko) bereits an ihrem ersten Tag: Hektik, komplizierte Geburten und unfreundliche Auseinandersetzungen mit Oberärztin Dr. Charlotte Mohn (Katia Fellin, „Wild Republic“). Doch davon lässt sich die junge Frau nicht unterkriegen und sucht sich Unterstützung von den erfahrenen Hebammen Anna Koch (Anna Schudt, „Tatort“) und Nalan Arzouni (Mariam Hage, „Alle Nadeln an der Tanne“). Diese haben jedoch neben ihrer tagtäglichen anstrengenden Arbeit noch mit privaten Problemen zu kämpfen. Während Anna aufgrund ihrer scheiternden Ehe und Familienmitglieder keine Ruhe und Zeit für sich  findet, führen bei Nalan die scheiternden Versuche schwanger, zu werden, zu Beziehungsproblemen. Für zusätzliche Spannung sorgt die Klage einer frischgebackenen Mutter, die Anna, Nalan und Chefärztin Dr. Barbara Keller (Idil Üner, „Im Juli“) für den Hirnschaden ihres Sohnes verantwortlich macht.

Auch in der zweiten Staffel ist der Alltag der drei Frauen alles andere als ruhig (ab jetzt folgen Spoiler für die erste Staffel): Nach Nalans Kuss mit Dr. Jan Pfeiffer (André Kaczmarczyk, „Polizeiruf 110“) steht ihre Beziehung mit David (Hassan Akkouch, „Neukölln Unlimited“) kurz vor dem Aus. Zudem belasten sie ihre kürzliche Fehlgeburt und der unerfüllte Wunsch, Mutter zu werden. Anna steht ihr dabei zur Seite, lernt allerdings währenddessen bei einem Hausbesuch den charmanten Anton (Oliver Mommsen, „Tatort“) kennen. Auch bei Greta steht die Gefühlswelt Kopf, und die abrupte Trennung von Charlotte macht ihr immer noch zu schaffen.

Braucht es noch eine weitere Krankenhausserie? Diese ja!

Krankenhausserien gibt es wie Sand am Meer. Und obwohl sie irgendwie alle gleich sind, werden immer wieder neue gedreht und die bisher existierenden um eine neue Staffel verlängert. Das beste Beispiel dafür ist wohl die amerikanische Serie „Grey’s Anatomy“, die seit 2005 jährlich verlängert wird und mittlerweile 22 Staffeln (!) hat. Auch auf dem deutschen Markt ist diese Rubrik mit Serien wie „In aller Freundschaft“, „Bettys Diagnose“ oder „Die Spreewaldklinik“ äußerst beliebt. Ist „Push“ da wirklich so anders?

Ja – denn statt die Zuschauenden mit immer dramatischeren und absurderen Fällen am Bildschirm zu halten, wählt Creative Producerin Luisa Hardenberg eine bessere Variante: Sie setzt auf ungeschönte Szenen, authentische Emotionen und realwirkende Probleme. So fühlt sich „Push“ teilweise mehr nach einer Dokumentation als nach einer fiktionalen Geschichte an. Der Fokus liegt dabei auf der Herausforderung für die werdenden Eltern und der harten Arbeit der Hebammen. Besonders zeigt sich letztere in der Folge „Schicht“ rund um die Hebamme Elke (Marie Rosa Tietjen, „Halt auf freier Strecke“), in der die Zuschauenden den Druck, die Anstrengung und die Belastung einer ganzen Schicht spüren. Dort taucht auch erstmals das Thema Gewalt im Kreißsaal auf, das in der ersten Staffel keinen Platz fand.

Die Serie „Push“ beweist auch mit der zweiten Staffel Authentizität, starke weibliche Besetzung und wie dringend diese Berufsgruppe mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung verdient. Eine absolute Empfehlung – aber an manchen Stellen braucht es starke Nerven.

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