„Ticket ins Leben“: Selbstmord mit Störenfried
In der Komödie „Ticket ins Leben“ will sich ein alternder Chansonnier in Ruhe umbringen – wird aber von seiner Reisebekanntschaft dabei gestört.
Für die Franzosen ist der Chansonnier Antoine Toussaint (Gérard Darmon) so etwas wie eine lebende Legende. Vergleichbar mit einem Gilbert Becaud oder Serge Gainsbourg. Umso größer ist der Schock, als Toussaint bei einem seiner Konzerte einen Schlaganfall erleidet und nie mehr auf die Bühne zurückkehren wird. Im Gegenteil: Der einst gefeierte Crooner hat auch ein Jahr nach seinem Zusammenbruch jegliche Zuversicht verloren und will seinem Leben freiwillig ein Ende setzen. Seine letzte Reise soll ihn in die Schweiz führen, wo er sein Vorhaben umsetzen will.
Doch er hat die Rechnung ohne seine unfreiwillige Zugbekanntschaft Victoire (Valérie Lémercier) gemacht. Die leicht überdrehte Frau ist zwar liebenswert, hat aber mächtig Dreck am Stecken, denn sie ist auf Hafturlaub verbotenerweise auf dem Weg zu der Hochzeit ihrer Tochter in Genf. Je mehr Antoine versucht, seinen aufdringlichen Fan abzuschütteln, desto mehr klettet sich Victoire an ihn. Und das nicht ohne Folgen. Das ungleiche Paar hat mehr gemeinsam, als beide denken, und Antoines’ Ansichten über das Leben und den Tod geraten mehr und mehr ins Wanken.
Trotz der ernsten Ausgangslage lässt Regisseur Jean-Pierre Améris („Die anonymen Romantiker“) seine Komödie nie in den Klamauk abgleiten. Die eindeutige Botschaft – „Es ist nie zu spät, um sein Glück zu finden“ – transportieren er und sein spielfreudiger Cast auf einzigartig französische Art und Weise.