FILM

TV-Tipp: Die dunkelromantische Fabel „Border“

Border
Foto: WDR/Wild Bunch Company

Was an Tina (Eva Melander) zuerst auffällt, ist ihr ungewöhnliches Erscheinungsbild: Ihr gemessen an der Norm eigenartig verformtes Gesicht, ihre gedrungene, aber kräftige Statur. Was man nicht sieht: Tina besitzt eine besondere Gabe, die in ihrem Job als Zollbeamtin an einem Hafen zwischen Dänemark und Schweden von großem Nutzen ist. Sie kann Gefühle erriechen und auf diese Weise feststellen, ob die Kontrollierten etwas zu verbergen haben. An Vore (Eero Milonoff), der ganz ähnlich aussieht wie sie und stets eine Schachtel voller Insekten mit sich herumträgt, scheitert sie jedoch: Obwohl sie einen begründeten Verdacht gegen ihn hegt, ist bei ihm nichts Verfängliches aufzufinden – dafür freundet sie sich allmählich mit dem Fremden an und lädt ihn schließlich in ihr abgelegenes Haus im Wald ein, nicht ahnend, dass Vore tatsächlich ein Geheimnis birgt, das auch sie ganz unmittelbar betrifft …

„Border“ wirbelt Themen und Genres kühn durcheinander

 

Regisseur Ali Abbasi, der mit „Border“ den Hauptpreis in der Sektion Un Certain Regard des Cannes-Filmfestivals gewann, wirbelt Themen und Genres kühn durcheinander: Naturmystik trifft auf Ermittlungsthriller, Horror auf Sozialrealismus, dunkelromantische Fabel auf Gendergrenzen transzendierenden Körperfilm. Es ist der Verdienst von Abbasis stimmungsvoller und zurückhaltender Regie, dass „Border“ dadurch nicht in sich zusammenfällt – und stattdessen viel darüber erzählt, wie Marginalisierung, Außenseitertum und Schönheitsideale miteinander zusammenhängen.

„Border“ läuft um 23.30 Uhr im WDR.

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