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TV-Tipp: „#Female Pleasure“ – Doku über sexuelle Befreiung

#Female Pleasure
Foto: X Verleih

Deborah Feldmann ist in der chassidischen Gemeinschaft New Yorks aufgewachsen. Dort lernen Frauen, sich so umzuziehen, das nicht mal die Zimmerwände ihren Körper sehen. Nach einer Zwangsheirat und der Geburt ihres Kindes flieht sie aus der Gemeinde. Ihr Buch „Unorthodox“ ist heute ein Bestseller, Maria Schrader hat eine gleichnamige Serie für Netflix gedreht. Leyla Hussein ist als junges Mädchen beschnitten worden; unermüdlich kämpft die Somalierin gegen die grausame Praxis der Genitalverstümmelung. Die japanische Künstlerin Rokudenashiko stilisiert Vulven als Gipsabdruck oder Kanu – in ihrer Heimat muss sich sich deshalb vor Gericht verantworten: Das weibliche Geschlecht gilt als obszön.

Drei von fünf Frauen, die Barbara Millers Dokumentarfilm in ihrem Kampf für weibliche Sexualität und ihr Recht auf Selbstbestimmung porträtiert. Fünf Aktivistinnen, die sich nicht mit gesellschaftlichen Normen und vermeintlichen Traditionen abfinden wollen. So wie die Inderin Vithika Yadav, die die Plattform lovematters.in gegründet hat, um über Liebe, Sexualität und Beziehungen in all ihren Facetten aufzuklären.

Vordergründig mag es hier um kulturelle Besonderheiten oder religiöse Riten gehen, schnell aber wird deutlich, dass es ein Kampf ist, der jede Frau betrifft, unabhängig wo, wie und in welchem Umfeld sie lebt. Miller springt damit keinesfalls auf den #MeToo-Zug auf, sondern stärkt der Bewegung den Rücken. Eine bewegende Dokumentation, die behutsam das Tabu Vulva entblättert und weibliche Selbstermächtigung als Kampf zeigt, der gewonnen werden kann.

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