Was macht ein Ghostwriter und worauf ist bei der Beauftragung zu achten?

Ghostwriter
Foto: Pixabay

Ähnlich wie die junge Frau im Buch „Jenseits der Erwartungen“ bleiben Ghostwriter bei ihren Aufträgen unauffällig im Hintergrund. Ihre Arbeit geschieht hinter den Kulissen der literarischen Bühnen dieser Welt. Anders als in Richard Russos Roman ist die schemenhafte Erscheinung von Ghostwritern, fast wie bei einem tatsächlichen Geist, jedoch gewollt und durchaus als Charakteristika dieser Berufsgruppe zu verstehen.

Tätigkeiten eines Ghostwriters

Ein Ghostwriter verfasst schriftliche Arbeiten für Auftraggeber. Die Textarten reichen dabei von Blogartikeln, Reden, Biografien bekannter Persönlichkeiten bis hin zu akademischen Schriftstücken wie Haus-, Bachelor- oder Masterarbeit. Häufig geht dem Schreibprozess eine detaillierte Literaturrecherche und Gliederung des Textes voraus. Der Ghostwriter als ursprünglicher Autor tritt bei der endgültigen Fassung des jeweiligen Werks nicht mehr namentlich in Erscheinung, da er alle Rechte vollständig an seinen Auftraggeber abtritt. Häufig wird die Tätigkeit eines Ghostwriters mit der Erstellung eines Plagiats gleichgesetzt, was allerdings begrifflich nicht korrekt ist. Denn plagiieren beschreibt die Übernahme geistigen Eigentums ohne Kennzeichnung, wohingegen Ghostwriting darin besteht, jemanden für sich schreiben zu lassen. Als Dienstleister wird ein Ghostwriter, anders als das Opfer einer Plagiatsaffäre, entlohnt.

Ghostwriter werden aus unterschiedlichen Gründen beauftragt, die so zahlreich sind wie die von Ghostwritern hergestellten Werke:

  • In einem universitären Kontext wird grundsätzlich Wert auf die Eigenleistung von Studenten, Doktoranden und Professoren gelegt. Ein Ghostwriter liefert hier mit seiner Arbeit wichtige Denkanstöße, die den Auftraggeber beim Verfassen des Schriftstücks unterstützen.

  • Künstler, die musikalisch begabt sind, haben nicht gleichzeitig ein Händchen für passende Liedtexte. Daher treten sie diese Aufgabe, weil sie um ihre Schwäche in dem Bereich wissen, an einen talentierten Ghostwriter ab.

  • Ein Schriftsteller, der die Idee eines Romans bereits entwickelt hat, aber unter einer Schreibblockade leidet, kann ebenfalls einen Ghostwriter zu Rate ziehen. Hierbei spielt die Zeitersparnis eine wesentliche Rolle.

Charakteristika eines guten Ghostwriters

Hat man sich für die Beauftragung eines Ghostwriters entschieden, gilt es, einige Punkte zu beachten. Ein kompetenter Ghostwriter zeichnet sich durch hervorragendes fachliches Wissen in dem bearbeiteten Themengebiet aus. Er besitzt eine anerkannte Ausbildung in dem Bereich oder jahrelange praktische Erfahrungen im Ghostwriting. Idealerweise ist beides der Fall. Ein seriöser Ghostwriter wird außerdem nicht nur seine Stärken, sondern auch seine Schwächen betonen und gegebenenfalls an Kollegen verweisen, die seine Arbeit optimal ergänzen. Jemand, der sich auf das Schreiben von Blogartikeln über Meeressäuger spezialisiert hat, ist im seltensten Fall auch für die Verschriftlichung einer Bachelorarbeit zu Kulturmanagement geeignet. Diesen Punkt klärt ein guter Ghostwriter bereits zu Beginn des Auftrags bei einer ausführlichen Beratung, die sich auch mit den individuellen Wünschen des Auftraggebers bezüglich des Inhalts und der Struktur seiner zu verfassender Arbeit befasst. Ist das Werk vollendet, sollte unbedingt ein genaues Lektorat folgen, entweder durch den Ghostwriter oder einen weiteren Fachmann.

Beratung, Recherche, Verschriftlichung und Lektorat können bei entsprechendem Umfang Monate in Anspruch nehmen, was sich preislich zeigen sollte. Ein kompetenter Ghostwriter wird bei der Beauftragung einen offiziellen Vertrag aufsetzen, in dem die Entlohnung dem Zeitaufwand angemessen ist. Vorsicht ist daher bei zu preiswerten Dienstleistungen geboten, denn seriöses Ghostwriting auf hohem Niveau ist zeitintensiv. Schlussendlich liefert das Renommee des Ghostwriters einen zuverlässigen Anhaltspunkt auf die gelieferte Qualität.

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