„A useful Ghost“: Die Frau als Staubsauger
Mann verliebt sich in Staubsauger: Die Gesellschaftssatire war von Thailand ins Rennen um den besten Auslandsoscar geschickt worden. Jetzt kommt der Film „A useful Ghost“ bei uns in die Kinos.
Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke hat mit „A useful Ghost“ nicht nur einen Film über eine Frau in Gestalt eines Staubsaugers gedreht, sondern auch eine Gesellschaftssatire über Thailand nach der Niederschlagung der dortigen Massenproteste. „A useful Ghost“ läuft ab dieser Woche in den Kinos.
Die blutige Niederschlagung der Massenproteste in Bangkok in 2010 mögen in Europa und der Welt in Vergessenheit geraten sein, aber für weite Teile der thailändischen Gesellschaft sind die Massaker eine Narbe, die nie verheilt. Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke verwebt in seinem Debütfilm diesen schmerzhaften Teil der Geschichte seines Landes auf fantastische Weise in eine völlig abgedrehte Story, in der zunächst der Geist einer verstorbenen Frau in Form eines Staubsaugers zu den Lebenden zurückkehrt und erst ihren trauernden Mann verzaubert und dann die verhasste Verwandtschaft nervt. Doch diesen charmanten Twist nutzt Boonbunchachoke nur dazu, um auf abenteuerliche Weise zum wirklichen Kern der Geschichte durchzudringen. Denn die Geister der Vergangenheit sind allgegenwärtig und lassen sich nicht abschütteln. Die kluge und bildgewaltige Gesellschaftssatire macht weder vor der konservativen Oberklasse, politischen Eliten noch den buddhistischen Mönchen Halt. In Cannes wurde der Film letztes Jahr mit dem Großen Preis in der Semaine de la Critique geehrt und ging dieses Jahr für Thailand als Film für den Auslandsoscar auf der Shortlist ins Rennen.