Åke Edwardson: Marconipark

Nein, ein Sonnenschein war Kommissar Erik Winter noch nie. Das erwartet man zwar auch nicht von einem skandinavischen Krimiermittler – im hohen Norden darf es traditionell schon etwas düster und desillusioniert zugehen – aber nach seiner Nahtod-Erfahrung im zehnten Band gibt sich Winter mehr und mehr dem Whisky und der Depression hin. Der eigentliche Fall gerät bei so viel Innenschau zur Nebensache, die Hintergründe der Tat bleiben gar gänzlich im Nebel. Dabei beginnt es nicht übel mit einem Täter, der gleichzeitig Opfer zu sein scheint und mit seinen Morden auf eine lang zurückliegende Missetat hinweisen will. Doch leider verfolgt Winter in „Marconipark“ hauptsächlich seine eigenen Ziel, denn alles bringt ihn momentan ins Grübeln – die untenrum entblößten Männerleichen, denen stets ein Pappschild mit einem Buchstaben drauf angeheftet wird, genauso wie die Musik von Michael Bolton oder das eigenen Altern. Wurde Winter in der Kindheit missbraucht? Hängt er den Job doch (wieder) an den Nagel und zieht zu seiner Familie nach Spanien? Es sind keine unwichtigen Fragen, die den einst schnöseligen, langsam nur noch müden Kommissar umtreiben – aber Antwortet findet er nicht.
Literatur


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