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Albert Luxus: „YinYin“ – Verschrobene Sinnsuche

Albert Luxus
Foto: Laurentia Genske

Das Kölner Duo Albert Luxus hat sich für sein neues Album einen 70er-Synthesizer gekauft – und angenehm verspulte Klangwelten erschlossen.

Das Konzept von Yin und Yang ist auch im Westen wohlbekannt: zwei Teile, gegensätzlich, aber komplementär. Der eine schwarz, der andere weiß; der eine chaotisch, der andere geordnet; der eine kalt, der andere warm, und so weiter. Wenn nun ein Album aber stattdessen „YinYin“ heißt, suggeriert das von Anfang an vor allem eins: ein Ungleichgewicht. Das Fragende und das Suchende stehen dann auch im Zentrum der neuen Platte von Albert Luxus.

Doch schon im Opener und Titeltrack sagt Bandleader Matthias Sänger: „Das, was dich teilt/ist das, was dir bleibt“. Albert Luxus haben es sich in der Zone der Uneindeutigkeiten sehr bequem gemacht. Die Kölner Indiepopband hat sich zuletzt mit dem Album „Diebe“ zu Wort gemeldet, das 2018 erschienen ist. Danach war es eine Zeit lang still um das Duo, bei dem neben Sänger auch Schlagzeuger Andreas Kiwitt tonangebend ist. Mit Singles wie „Gott vs Tinder“ oder „Himalaya“ haben sich Albert Luxus zurückgemeldet, jetzt ist „YinYin“ da.


Darauf spielt oft die Natur eine Rolle, wie „Himalaya“ beweist. Allerdings die Natur als ein herausfordernder Ort, an dem man sich nicht niederlässt, sondern immer höhere Gipfel ersteigen will.

Für den Sound von „YinYin“ haben Albert Luxus sich von Bands wie Deerhunter oder Timber Timbre inspirieren lassen. Erstmals hat das Duo auf dem Album mit einem klassischen Synthesizer aus den 70ern gearbeitet: Der Solina String Ensemble hat schon Pink Floyd und Air neue Klangwelten eröffnet. Und auch darüber hinaus klingt die Platte nach den 70ern: warme Akkorde, druckvoller Bass, eine verspulte Atmosphäre. Das funktioniert auch ohne Gesang – etwa in den langen Instrumentalpassagen im Opener oder im wortlosen Closer „Earl Grey“.

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