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TV-Tipp: Alfred Hitchcocks „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“

James Stewart in Alfred Hitchcocks „Vertigo“
James Stewart in Alfred Hitchcocks „Vertigo“ Foto: ARD Degeto/NBC Universal

Es ist faszinierend, was damals mit der Hollywoodlegende James Stewart geschah. War er vor dem Krieg als charmanter („Die Nacht vor der Hochzeit“, „Der große Bluff“) oder aufrechter („Mr. Smith geht nach Washington“) Schlacks zu sehen, änderten seine Einsätze im Zweiten Weltkrieg als Pilot Stewarts Rollenauswahl radikal. Der höchstrangige Hollywoodstar beim Militär war nun oft als zerrissener Charakter zu sehen, dessen Miene immer wieder von Obsessionen und Wahn entstellt wurde. Seine fünf Western mit Regisseur Anthony Mann wie „Winchester 73“ oder, programmatisch, „Nackte Gewalt“ sind dafür die besten Beispiele. In seinen vier Filmen mit Alfred Hitchcock, dem Meister des Obsessiven und Wahnhaften, war Stewart meist der Normalo, der in den Abgrund gesogen wurde.

In „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ von 1958 ganz wortwörtlich: Als traumatisierter Ex-Polizist Scottie mit Höhenangst („Vertigo“ bedeutet „Schwindel“) kann er den Selbstmord seiner Geliebten Madeleine (Kim Novak) nicht verhindern. Aus der Nervenheilanstalt entlassen, trifft er Judy (ebenfalls Novak), die Madeleine zum Verwechseln ähnlich sieht. Scottie will aus Judy eine zweite Madeleine machen, kommt aber dann einer Verschwörung auf die Spur … Wenn man sich den Klassiker von Alfred Hitchcock heute ansieht, kann man kaum glauben, wie modern, abgründig, vielschichtig und gewagt früher ein Mainstreamfilm sein konnte. Hollywood heute darf sich daran gerne wieder ein Beispiel nehmen!

„Vertigo — Aus dem Reich der Toten“  läuft heute Abend um 21:45 Uhr auf One.

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