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Arthur Conan Doyle: „Heute dreimal ins Polarmeer gefallen“ Tagebuch einer arktischen Reise

„John Thomas ist schrecklich wütend. Wir stellten das Gurkenglas weit weg vom Feuer, und da nur minus 6 Celsius herrschen, fror es zu, und John hat sich eine Erkältung eingefangen. Er sitzt in einer Ecke, mit dem Schwanz im Mund, genauso wie ein schmollendes Baby, das an seinem Daumen nuckelt.“ Als Arthur Conan Doyle dies schreibt, hat er schon etliche Robben erschlagen und erschossen, ist so oft ins Meer gefallen, dass der Kapitän der S. S. Hope ihn bereits den „großen Eistaucher“ nennt, und wartet ungeduldig darauf, dass endlich der erste Wal harpuniert wird. Denn der Autor der berühmten „Sherlock Holmes“-Krimireihe unterbrach 1880 sein Medizinstudium in Edinburgh, um für ein halbes Jahr auf einem Walfänger als Arzt anzuheuern. Doch Doyle war nicht nur Bordarzt. Er musste auch Logbuch führen. Und das wurde jetzt erstmals veröffentlicht, erweitert um 60 Seiten aus dem Faksimilie des Bordbuchs mit vielen Zeichnungen des Autors. Außerdem im Band: Essays der Herausgeber, Schriften Doyles über die Arktis und zwei Kurzgeschichten des Schriftstellers, in die viel Inspiration aus dieser Reise einfloss. Ein wunderschöner, kurzweiliger Band nicht nur für nautisch interessierte Leser! Ach ja: John Thomas, der Wütende, ist eine Meeresschnecke, die sich Doyle aus Langeweile in einem Gurkenglas hielt. So viel zum Humor des Briten im Logbuch.

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