MUSIK | Albumreview

Green Day: Father of all …

Green Day sind kaum wiederzuerkennen. Zuerst muss man sich fragen: Sind es die Strokes? Sind es die Queens Of The Stone Age? Auf Billie Joe Armstrong und seine Crew kommt man bei den groovy Seventies-Clapalongs jedenfalls erstmal nicht – bis der typisch nölige Gesang einsetzt. Der Opener schunkelt wunderbar retro daher, der zweite Song macht ansatzlos weiter, beim vierten Lied vermutet man jedoch insgeheim, dass der Keyboarder auf dem Clap-Knopf eingeschlafen ist.

Green Day geben sich ungewohnt poppig

Bei Track Nummer 5 schließlich kommt der bekannte Gitarrensound durch, wenn auch im Sixtiesgewand, und ab und an kann man sogar – hui! – ein paar Four-Letter-Words erhaschen. Sind Green Day in die Weichspültrommel geraten? Werden die Herren langsam alterssanft? Dafür groovt, schwingt und shaked das Ganze aber zu gut, ist leichtfüßig und bis in den letzten Takt tanzbar. Und wenn Billie Joe in allerfeinster Pop-Manier singt „Meet me on the Roof tonight, girl“ ist man drauf und dran, zum Treppenhaus zu rennen, um sich die Scheibe unterm Sternenhimmel noch mal von vorne reinzuziehen. es

Father of all … ist gerade via Warner Music Group erschienen.