MUSIK | Albumreview

Robert Glasper: Fuck yo Feelings

In den vergangenen zehn Jahren hat sich Robert Glasper zu einem der zentralen Protagonisten der Fusion von Jazz und HipHop gemausert. Der Pianist war nicht nur an der Produktion von Kendrick Lamars „To pimp a Butterfly“ beteiligt, sondern legte mit seinem 2012 erschienenen Album „Black Radio“ auch einen bis heute wichtigen Grundstein für die Entwicklung des Jazz in den 10er-Jahren.

Robert Glasper lässt in seiner Zusammenstellung den roten Faden vermissen

Mit dieser Vita im Hinterkopf wirkt sein neues Album „Fuck yo Feelings“ zunächst wenig ambitioniert: Ähnlich wie auf „Black Radio“ lässt Glasper das „who is who“ des Raps antreten, das neben Oldschool-Größen wie Mos Def und Bilal auch gegenwärtige Vertreter des Genres wie YBN Cordae und Mick Jenkins umfasst. Konzeptuell ist die Platte als Mixtape angelegt: Zu den durchweg soliden Raptracks gesellen sich neben zahlreichen Instrumentalstücken auch Gesprächsmitschnitte, die teilweise Übergänge zwischen den Stücken bilden. Das Konzept funktioniert jedoch nur teilweise, denn in seiner Komplexität entzieht sich die Platte einem stimmigen Gesamteindruck. Am Ende bleiben eine Hand voll guter Songs, denen in ihrer Zusammenstellung der rote Faden fehlt. sg

Fuck yo Feelings ist gerade via Loma Vista Recordings erschienen.