Zum Inhalt springen

„Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“

Der Film „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ läuft im Kino.
Der Film „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ läuft im Kino. (Foto: Farbfilm Verleih)

Wilfried Hauke hat mit „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ die Tagebücher der Kinderbuchautorin im Rahmen eines biografischen Dramas verfilmt.

Astrid Lindgrens Tagebücher sind erst 2015 erschienen und beeindruckten in der Rezeption dadurch, dass sie zeigen, wie die spätere Schriftstellerin sich zwischen 1938 und 1945 immer mehr politisierte und fundiertere Einschätzungen zum katastrophalen Weltgeschehen in ihr Tagebuch schrieb. Jetzt hat Wilfried Hauke mit „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“  daraus ein biografisches Drama für das Kino gemacht.

Die Verfilmung von Lindgrens Tagebüchern durch Regisseur Wilfried Hauke fand auf zwei Zeitebenen statt. In der Gegenwart kommentieren Tochter Karin Nyman, Enkelin Annika Lindgren und Großenkel Johan Palmberg in „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“  die Tagebücher, hinzu kommt, was Karin Nyman von der Genese des Buchs „Pippi Langstrumpf“ zu erzählen hat, dem Erstlingswerk ihrer Mutter: Es ist aus den Gutenachtgeschichten entstanden, die Karin immer von der Mutter erzählt bekam. Die Tagebücher selber, die von 1938 bis 45 gehen, wurden auf Basis ausgewählter Beitrage szenisch verfilmt. Hier spielt die Schauspielerin Sofia Pekkari die Schrifstellerin Astrid Lindgren. Ihren Mann Sture, mit dem sie durch so manche Krise geht, spielt Tom Sommerlatte, ihre Tochter Karin, der sie die Geschichten über Pippi Langstrumpf lange vor der Buchveröffentlichung immer erzählte, wird von Edda Braune und in späteren Jahren von Ida Malene Schütte gegeben. Neben privaten Einträgen erleben wir in diesem Film vor allem auch die politische Haltung der Kinderbuchautorin, die sich – eine reife politische Analyse kommt zunächst nicht zum Ausdruck – anfangs viel stärker gegen Stalin richtet und erst später mit noch viel deutlicherem Abscheu gegen Nazideutschland. Das war durchaus auch der Bedrohungslage der skandinavischen Länder durch die Sowjetunion geschuldet, während erst später die Gefahr durch Nazideutschland offenkundig wurde. Von dem Moment an aber, da Lindgren für die schwedische Zensurbehörde arbeitet – der Postverkehr zwischen Schweden und dem Ausland ging damals ohne Ausnahme über deren Tisch –, musste sie nicht nur Text in den Briefen schwärzen: Sie wusste auch viel mehr als die schwedische Bevölkerung über den Krieg, vor allem aber über die unglaublichen Verbrechen Deutschlands, und das macht die Person hinter den Tagebüchern, die auf weite Strecken auch privater Natur sind und private Dramen verarbeiten, so interessant.

Beitrag teilen:
kulturnews.de
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.