Zum Inhalt springen

Avalons zweite Reise: Avalon Emerson über „Written into Changes“

Avalon Emerson steht in der Natur auf einem weiten Feld und lässt einen Greifvogel von ihrem Arm in die Luft aufsteigen.
Avalon veröffentlicht ihr zweites Singer- Songwriter Album „Written into Changes“. (Foto: Lilli Eiger)

Zwischen Umzügen, Festival-Hopping und stillen Momenten erzählt Avalon Emerson von Zeit, Veränderung und der Kunst, sich immer wieder neu zu erfinden.

Hi Avalon, die meisten kennen dich von deinen DJ-Sets, aber jetzt erscheint dein zweites Singer-Songwriter-Album „Written Into Changes“. Wie überschneiden sich diese zwei Welten in dir?

Avalon Emerson: Ich denke, Erfahrung fügt immer neue Farben hinzu. Nicht nur künstlerisch, sondern im Leben generell. Aus der DJ-Welt nehme ich natürlich Fans mit, ich muss nicht bei null anfangen. Gleichzeitig habe ich gelernt, mich wohlzufühlen, wenn ich neue Systeme lerne, ob es ist, wie man einen Synthesizer benutzt, oder wie ich eine Live-Show zusammenstelle. Ich bin seit über zehn Jahren DJ und liebe es, mich immer wieder neu erfinden zu können.

Du wirkst auf diesem zweiten Album deutlich lauter und selbstbewusster.

Emerson: Mein erstes Projekt entstand kurz nach COVID, als ich nicht auflegen konnte und plötzlich sehr viel Zeit hatte. Ich weiß nicht, ob ich dieses Genre sonst überhaupt ausprobiert hätte. Das erste Album trägt diese stille Bedroom-Atmosphäre in sich. Jetzt traue ich mich, lauter zu sein, mehr mit Instrumentierung zu experimentieren und habe immer Live-Shows im Hinterkopf. Die Musik ist ruhig, soll aber trotzdem groß und wirkungsvoll klingen. Das war der Plan.

Musikalisch klingt das Album verträumt, gleichzeitig sind die Texte sehr schmerzhaft und selbstreflektierend. Ein starker Kontrast.

Emerson: (lacht) Genau der ist absichtlich gewählt. Euphorische Sounds, elektronische Einflüsse und dazu tiefgründige, emotionale Texte sind wichtige Elemente in der Musik, die ich selbst am liebsten höre. Für mich liegt genau darin die Spannung.

Besonders deutlich wird das auf dem Track „Happy Birthday“. Der Song fasst das zentrale Motiv des Albums, die Vergänglichkeit und das Gefühl, Zeit zu verlieren, sehr gut zusammen. Wie erlebst du Geburtstage?

Emerson: Ich bin jetzt 37 und habe viel erlebt. Ich bin sehr zufrieden mit meiner DJ-Karriere, denke aber trotzdem oft an Enttäuschungen oder an Dinge, von denen ich dachte, ich hätte sie erreicht. Das gehört zum Leben. Zu realisieren, dass viele Menschen das durchmachen und dass es okay ist, nicht da zu sein, wo man dachte, zu sein, hilft. Am Ende ist es immer ein Mix aus Gutem und Schwerem.

Du hast in Arizona, Berlin, New York und vielen anderen Orten gelebt und bist ständig unterwegs. Dein Album schwankt zwischen Reisen und der Sehnsucht nach Ruhe. Hast du eine Balance gefunden?

Emerson: Ich weiß nicht, ob man sich je ganz daran gewöhnt. Es ist leicht, sich im Tornado aus Festival-Hopping und DJ-Leben zu verlieren. Ich versuche, bewusster ruhige Momente festzuhalten, Wurzeln zu schlagen und Energie in Beziehungen, Familie und Stille zu investieren. Sonst verpasst man die Magie von Heimat und Routine.

Wohin geht die Reise musikalisch als Nächstes?

Emerson: Richtung Kollaboration. Ich war lange alleine mit meinem Laptop. Jetzt mit anderen Künstler:innen gemeinsam in einem Raum zu arbeiten, fühlt sich fantastisch an. Alles ergänzt sich, Ideen entstehen schneller. Diese Möglichkeiten sind endlos und das will ich weiter erkunden.

Beitrag teilen:
kulturnews.de
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.