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Best of Büchergespräch

Büchergespräch: Carsten und Jonah

Vor fast einem Jahr ging die erste Folge des Büchergesprächs online. Seitdem haben die Carsten und Jonah aus der kulturnews Redaktion sich alle zwei Wochen ein neues Buch vorgeknöpft und sich immer wieder die Frage gestellt, ob es sich lohnt und warum. Ehe der Podcast im Frühjahr des nächsten Jahres in die zweite Staffel geht, legen Carsten und Jonah eine wohlverdiente Winterpause ein. Wir nehmen das zum Anlass, um noch mal einige Folgen des Büchergesprächs Revue passieren zu lassen.

Dietmar Dath: Neptunation

In der ersten Folge des Büchergesprächs haben sich Carsten und Jonah Jonah Dietmar Daths 700 Seiten starken Science-Fiction-Roman „Neptunation“ herangetraut. Carsten steht Daths Abhandlungen über Pop und Marxismus im Weltall etwas skeptisch gegenüber. Und auch Jonah sieht in dem Buch eher Attribute der alten Schule: viel Theorie, viel Politik und viel Nerdtum. Lesenswert findet er den Roman trotzdem – auch weil Dath seine inhaltlichen Ansprüche trotz der hohen formellen Anforderungen einlöst.

Leif Randt: Allegro Pastell

Eine Liebesgeschichte zwischen einem renommierten selbstständigen Webdesigner und einer jungen Autorin, die nach ihrem Debütroman in Neukölln rumhängt und auf die Inspiration für den Nachfolger wartet. Das schreckt Jonah erstmal ab, doch Carsten hat ein Ass im Ärmel: Was aufs Erste wie eine langweiliger Hipster-Liebesgeschichte klingt, ist nämlich der neue Roman von Leif Randt. Und der 37-jährige Autor schafft es wie immer, seine Figuren vielschichtig und voller Humor zu zeichnen.

Olivia Wenzel: 1000 Serpentinen Angst

Das Motto dieser Folge des Büchergesprächs ist Perspektivwechsel, auch wenn dieser zur Folge hat, eine Weltsicht einzunehmen, die herausfordernd ist. In dem Debütroman der 35-jährigen Olivia Wenzel  zerfällt die Protagonistin in etliche Identitäten: schwarz, weiß, Frau, queer, ostdeutsch. Das überwiegend in Dialogform geschriebene Buch erlaubt es den Leser*innen tief in die Perspektive der Hauptfigur einzutauchen – und sich so differenziert mit Identitäten, Repression und Privilegien auseinanderzusetzen.

Brandon Sanderson: Die Kinder des Namenlosen

Ist das die Episode, an der ihre Freundschaft zerbricht? Jonah hat Carsten kurzerhand zu einem Nerd-Ausflug verschleppt, in das Multiversum von MagicTM the Gathering mit Brandon Sandersons Novelle „Die Kinder des Namenlosen“. Nicht, dass Jonah bei der oft formelhaften Handlung und dem bemüht humorigen Action-Adventure-Ton nicht selbst ein paar Kritikpunkte hätte, doch besteht er darauf, dass das Buch dennoch lesenswert ist. Ob er Carsten – und die Hörer*innen – in rund 20 Minuten überzeugen kann? Findet es heraus!

Sebastian Janata: Die Ambassadorin

Das Büchergespräch macht einen Abstecher in die Provinz: Carsten hat in dieser Episode einen Roman aus einer völlig zu Recht vernachlässigten Gattung in seiner Reisetasche – einen Heimatroman. Nur gelingt es Sebastian Janata, dem Schlagzeuger der Band Ja, Panik, mit seinem Debütroman „Die Ambassadorin“, das sonst so piefige Genre des Heimatromans auf gleich mehreren Ebenen ins Hier und Jetzt zu holen. Da geht es nicht um Gemütlichkeit, sondern um Gender: Und spätestens da ist Jonah dann auch an Bord.