MUSIK

Raum und Zeit

Charlotta, nach deinen ersten beiden Alben als Big Fox hast du dir für „See how the Light falls“ mehr Zeit genommen. Wusstest du da schon, dass dieses Album ein großer Schritt für dich wird?

Charlotta Perers: Nicht wirklich. Meine Erfahrung im kreativen Prozess ist, dass das Bild am Anfang eher unklar ist. Ich habe oft nur eine vage Vorstellung von der Richtung, in die es mich zieht. Aber ich habe auch gelernt, dass die Dinge wachsen und sich entwickeln, wenn ich meinem Gefühl folge, ihm Zeit und Aufmerksamkeit schenke. Es ist ein langsamer Prozess, aber ich glaube, es ist die einzige Art und Weise, auf die ich dieses Album fertigstellen konnte.

War es schwierig für dich, dich zu öffnen und dich auf einen Produzenten einzulassen?

Perers: Das hätte es sein können, aber ich habe wirklich sehr gerne mit Tom Malmros gearbeitet. Er hat von Anfang an klargemacht, dass es wichtig ist, dem Prozess die Zeit zu geben, die er benötigt. Das war für mich von essenzieller Bedeutung. So hat sich niemand von uns unter Druck gesetzt gefühlt. Wir haben dann letztendlich immer mal wieder ein paar Tage lang zusammen aufgenommen, an fünf unterschiedlichen Orten in Malmö und Stockholm. Anders hätte ich es mir nicht wünschen können.

Es muss schwer sein, dafür zu sorgen, dass Big-Fox-Songs wie „All I’m trying“ mit der Textzeile „All I’m trying to say now/is just that I love you“ die Hörer*innen wirklich berühren, oder?

Perers: Ich glaube eigentlich, man kann über alles gleich gut schreiben, so lange man das, was man sagt, auch so meint.

Das Album war bereits 2018 fertig, doch kurz von der geplanten Veröffentlichung wurde bei dir Krebs diagnostiziert. Hat sich die Bedeutung der Platte für dich verändert, wenn sie jetzt mit zwei Jahren Verspätung erscheint, nachdem du die Krankheit besiegt hast?

Perers: Einige Songs fühlen sich jetzt anders an. Kurz bevor ich ins Krankenhaus gekommen bin, hatten wir „Last Call“ als Single veröffentlicht – und plötzlich hatte der Text für mich eine komplett neue Bedeutung. Im Nachhinein kommt es mir so vor, als hätte ich vorausgesehen, was passieren wird.

Interview: Carsten Schrader

See how the Light falls erscheint am 20. 3. via Hybris

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