- Review
Blow: Alles anders auf „Full Delight“
Ein neuer Sound, neues Songwriting und eine neue Arbeitsweise. Blow kleiden die Unsicherheit ihres Zweitlings in einen erstaunlich leichten Sound.
Sogar die Frage, ob Blow ihren Namen ändern wollen, stand im Raum, als sich die Indiepop-Band aus Frankreich an den Nachfolger zu ihrem Debütalbum „Vertigo“ von 2018 gemacht haben. Ein neues Songwriting, ein neuer Sound – und auch textlich geht es auf den neuen Songs von Blow vornehmlich um Fragen der Identität. Wer bin ich? Wer will ich sein? Die Vorabsingle „Full Delight“ denkt diesen Ansatz größer. Wie wollen wir leben?
Dabei scheuen die Pariser auch nicht davor zurück, sich mit den ganz großen Namen der Pophistorie auseinanderzusetzen und zitieren auf „Full Delight“ kurzerhand John Lennon: „Someday, a guy has made a song/imagine we get along“.
Die Antwort darauf kennen wir freilich alle, doch auch in diese Düsterkeit wagen sich Blow: Schemenhaft deuten sie Maschinengewehre, Entfremdung und Eigennützigkeit an. Was dabei überrascht, ist die Leichtigkeit, mit der die Band diese schweren Themen angeht. Als Vorbote für ihr neues Album „Shake the Disease“ kündigt „Full Delight“ einen entrückt tanzbaren Sound an, der zwischen den 70er- und 80er-Jahren pendelt.
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