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„Celeste“: Steuerfahndung wie bei Shakira

Ein Popstar hat die Steuer hinterzogen, eine Frau wird auf sie angesetzt. Die Steuerthrilelerserie „Celeste“ kann jetzt in der Arte-Mediathek gestreamt werden.
Ein Popstar hat die Steuer hinterzogen, eine Frau wird auf sie angesetzt. Die Steuerthrilelerserie „Celeste“ kann jetzt in der Arte-Mediathek gestreamt werden. (© Movistar Plus/Telefónica Audiovisual Digital, S.L.U)

Am Tag ihrer Pensionierung wird die Steuerprüferin Sara Santano auf den Popstar Celeste angesetzt. Nach kurzer Bedenkzeit wittert sie Blut. Die Serie wurde inspiriert durch das Steuerbetrugsverfahren gegen Shakira.

Das Leben der Steuerprüferin Sara Santano ist alles andere als aufregend, so auch der letzte Tag vor ihrer Pensionierung im Finanzamt. Doch ausgerechnet an diesem Tag erhält sie den Auftrag, ihren Job in einer anderen Abteilung noch für einen Fall fortzusetzen. Sie soll den Popstar Celeste des Steuerbetrugs überführen. Nachdem sie einmal mit ihrem Hund Gassi gegangen ist und als Einstimmung auf das Dasein als Rentnerin in einem Tanzklub für ältere Menschen ein alkoholisches Getränk zu sich genommen hat, beschließt Sara, den Job anzunehmen. Die spanischer Serie „Celeste“ kann jetzt in der Arte-Mediathek gestreamt werden.

Sara Santano ist im Grunde eine einsame Frau. Vor zwei Jahren ist ihr Mann gestorben, der Hund war der ihres Mannes, doch genauso wie sie sein Arbeitszimmer in dem Zustand belässt, wie es bei seinem Tod war, gibt sie auch den Hund nicht weg, obwohl sie im Grunde keine Zeit für ihn hat. Mit ihrer Tochter ist sich Sara in all diesen Dingen uneins. Sara beginnt nach anfänglichem Zögernt mit der Recherche in Sachen Celeste: Sie muss beweisen, dass der von Andrea Bayardo  gespielte mexikanische Popstar mehr als 168 Tage, also mehr als die Häfte des Jahres in Spanien lebt, hat diese doch einen spanischen Freund. In diesem Fall würden mehr als 20 Millionen Euro Steuer allein für ein Jahr fällig werden, von den Strafzahlungen ganz zu schweigen.

„Celeste“: Paparazzo, Restaurant, Friseursalon

Im Rahmen ihrer Ermittlungen schreckt sie weder vor einer Zusammenarbeit mit einem Paparazzo zurück noch vor Drohnungen gegen Restaurantbesitzer oder Friseure, ihre Läden auf den Kopf zu stellen, sollten sie nicht kooperieren. Doch während die von Carmen Machi  („La mesías – Die Auserwählte“) hervorragend gespielte Sara hierbei immer mehr an ihre Grenzen stößt, sie plötzlich zudem Widerstand von ihrem Chef erfährt und ihr die Zeit davonläuft, macht sie auch persönlich eine Wandlung durch: Nicht nur dass die Einzelgängerin in der Zusammenarbeit mit der jungen Steuerprüferin Daniela plötzlich Teamwork lernt.

Die Steuerprüferin Sara Santano wird auf den Popstar Celeste angesetzt. Die gleichnamige Serie „Celeste“ kann jetzt in der Arte-Mediathek gestreamt werden.
Die Steuerprüferin Sara Santano wird auf den Popstar Celeste angesetzt. Die gleichnamige Serie „Celeste“ kann jetzt in der Arte-Mediathek gestreamt werden. Foto: © Movistar Plus/Telefónica Audiovisual Digital, S.L.U

Durch das häufige Hören von Celestes Songs kann sie bald auch Celestes Lyrics auswendig, ja, so manchen Text über weibliche Selbstermächtigung empfindet sie plötzlich als passend für sie selbst, die als 60-jährige so einige Krisen durchläuft, vor allem, als sie ein Geheimis ihres verstorbenen Mannes lüftet. Doch das alles ändert nichts daran, dass Saras Verbissenheit in Sachen Celeste bald schon persönliche Züge annimmt und ihr auch beruflich zu schaden beginnt. Schließlich hatte sie bereits einmal gegen einen Madrider Fußballstar ermittelt, bis dessen Fans in der spanischen Hauptstadt gegen die Finanzbehörden auf die Straße gingen. „Celeste“ ist eine zurückgenommene Serie mit humorvollen Momenten, die nebenbei generationenbedingt auch völlig unterschiedliche Ansichten zu den Aufgaben eines Staates, der Steuern erhebt, zeigt und dieser Tatsache die seit Jahrzehnten grassierende populistische Spendenpolitik bekannter Stars gegenüberstellt und dabei aufzeigt, wie dem Staat so nicht nur ökonomisch, sondern auch imagetechnisch massiv geschadet wird. Dies zu erzählen, ohne didaktisch zu wirken, ist die wahre Leistung der Serie, gerade auch vor dem Hintergrund, dass die Macher sich vom Steuerbetrugsverfahren der spanischen Finanzbehörden gegen Shakira inspirieren liesen.

Den Trailer gibt es nur auf Spanisch ohne deutsche Untertitel.

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