Céline Dion kommt 2020 auf Deutschlandtour
Wer Céline Dion auf „My Heart will go on“ reduziert, wird sich wundern: Die Sängerin lässt sogar die Beatles hinter sich. Jetzt kommt die Pop-Titanin auf Tour.

„Titanic“ war der erfolgreichste Film der Welt, bis Regisseur James Cameron sich 2009 mit „Avatar“ selbst entthront hat – alle kennen ihn, wenige mögen ihn, obwohl Cameron in den 90er-Jahren gewagt hat, was in den klinischen, gefühlsscheuen 80ern kaum noch möglich schien: ein warmes, furchtlos kitschiges Melodram von monumentalem Ausmaß zu drehen – und ganz nebenbei von Klassenverhältnissen und einem Emanzipationsprozess zu erzählen. Den Titelsong „My Heart will go on“ sang bekanntlich Céline Dion, und wie Camerons Meisterwerk wird auch die frankokanadische Sängerin gern unterschätzt: Wer glaubt, dass ihre Karriere nach den 90ern einem sinkenden Schiff gleicht, irrt nämlich gewaltig.
Noch 2002 hat sie mit „A new Day has come“ und „I’m alive“ zwei weltweite Hits gelandet, und die LA Timeshat errechnet, dass Céline Dion zwischen 2000 und 2010 die bestverdienende Künstlerin weltweit gewesen ist – vor Bands und Musikern wie U2, Bruce Springsteen, den Beatles oder Rolling Stones. Mit 170 Millionen verkauften Einheiten hat zudem keine andere Sängerin so viele Musikalben verkauft wie Céline Dion – abgesehen von Madonna.
Ein Grund dafür, warum viele Dion nicht als derart erfolgreich auf dem Schirm haben, dürfte darin begründet liegen, dass es in der nun endenden Dekade in der Tat ruhiger um sie geworden ist: Nachdem die 51-Jährige in den 00er-Jahren nicht selten zwei Alben pro Jahr veröffentlicht hat, ist das nun erscheinende „Courage“ erst ihr viertes Studioalbum in diesem Jahrzehnt – und das erste englischsprachige seit sechs Jahren.
Balladen wie „Lying down“ oder der Titelsong vertrauen auf das Erfolgsrezept, das Dion schon in den frühen 80ern weltberühmt gemacht hat – auf Streicher und Klavier gebettete Großgestigkeit –, während sich die Musikerin auf der Single „Imperfections“ an zeitgenössischer Popproduktion orientiert und den Refrain von „Flying on my own“ auf arenatauglichen EDM bürstet. Das wird funktionieren, wenn Céline Dion im kommenden Jahr einige der größten Hallen Deutschlands bespielt und vielleicht manche damit überrascht, dass „My Heart will go on“ unter ihren Hits nur die Spitze des Eisberges bildet. Man sollte sie eben nicht unterschätzen.
Tourdaten:
17. 6. München
19. 6. Mannheim
21. 6. Köln
22. 6. Hamburg
22. 7. Berlin
Tickets gibt es bei Eventim.
Musik


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