Ciao Cello

Mit Coverversionen bekannter Popsongs wurde Luka Šulić bekannt. Nun wagt sich der Cellist an eine der populärsten Kompositionen überhaupt – und macht auch daraus sein eigenes Ding. Von Stefan Grüll

Mit Klassikern kennt Luka Šulić sich aus. Nachdem er vor rund zehn Jahren als eine Hälfte des Duos 2CELLOS ein Cover von Michael Jacksons „Smooth Criminal“ auf YouTube hochgeladen hatte, erhielt er auf auf einen Schlag internationale Bekanntheit. Seither ist Šulić mit seinem Bandgefährten Stjepan Hauser um den Globus gereist und hat fünf Alben veröffentlicht, auf denen das Duo die großen Hits der Pop- und Rockmusik in unkonventionellen Arrangements für – der Name ist Programm – zwei Cellos spielt.

Nun hat sich Šulić einen weiteren Klassiker vorgeknöpft, dieses Mal allerdings tatsächlich aus dem Repertoire der klassischen Musik: Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Für sein Solodebüt hat der Slowene die vier Violinkonzerte für das Cello neu arrangiert – und das als erster Musiker überhaupt. Der Ansatz geht durchaus auf: Verglichen mit dem Original wurde das Cello weiter ins Zentrum gerückt und ist stärker in das solistische Geschehen eingebunden als zuvor. Immer wieder tritt das Instrument aus seiner begleitenden Rolle in den Vordergrund, übernimmt die Melodien der oberen Stimmen und erweitert dadurch das Klangspektrum der Komposition. Dabei sind die Änderungen des Cellisten keinesfalls aufdringlich: Die Erweiterungen Šulićs fügen sich dem Gesamtklang, tragen aber zu einem neuen Erlebnis der Komposition be.

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