MUSIK

Communions: Alles neu auf der Single „Splendour“

Sie gehören zu den aufregendsten Newcomern des Jahrzehnts: Kaum eine Band hat so viel in so kurzer Zeit erreicht wie Communions. Ihre Debüt-EP „Cobblestones“ ist 2014 erschienen, und wenn sich das jetzt ewig lang her anfühlt, dann geht das den beiden Brüdern Martin (Vocals, Gitarre) und Mads Rehof (Bass) bestimmt genauso. Denn seither hat das Duo, das den Kern von Communions ausmacht, einiges erlebt: Tourneen, die sie aus dem heimischen Kopenhagen bis nach Japan geführt haben, zwei weitere EPs und 2017 der erste Langspieler „Blue“.

Nun melden sich Communions zurück, und wie es bei dem bisherigen Werdegang der Band nur folgerichtig ist, hat sich wieder eine Menge getan. Die größten News zuerst: Communions sind ab sofort nur noch zu zweit. Martin und Mads Rehof haben sich nach dem Weggang ihrer Bandkollegen Jacob van Deurs Formann (Gitarre) und Frederik Lind Köppen (Schlagzeug) dazu entschieden, den alleinigen kreativen Kern ihrer Band zu bilden. Live bauen sie dagegen aus – fortan wird man Communions auf Konzerten als Quintett erleben dürfen. Doch damit nicht genug: Communions haben mit ihrer neuen Besetzung auch eine neue Heimat gefunden. Ab sofort veröffentlichen die Brüder Rehof ihre Songs bei dem Kopenhagener Indielabel Tambourhinoceros.

Und wie es nicht anders sein könnte, schlägt sich dieses bewegte Kapitel in der Geschichte der Band auch musikalisch nieder. Communions melden sich nämlich mit einer neuen Single zurück. Die trägt den Titel „Splendour“ und bewegt sich musikalisch im vertrauten Terrain des 80er-Poprock mit Indie-Anstrich und zum Sterben schönen Refrains. „Splendour“ handelt von einer „krankhaften, unerreichbaren Liebe“, wie die Band es selbst in einer Pressemitteilung formuliert. „Es geht um ein Gefühl, das eine zerstörerische Kraft hat“.

Dabei kann man dieses Thema als durchaus deskriptiv für den kreativen Prozess betrachten – was sich bei all diesen Veränderungen für Communions ja auch aufdrängt. Denn ein einfaches Liebeslied ist „Splendour“ mitnichten, wie Martin Rehof erzählt: „Ich würde gar nicht mal sagen, dass der Song unbedingt von einer konkreten Person handelt.“ Stattdessen geht es ihm „eher im abstrakteren Sinn um die erdrückende Kraft, die gewisse Dinge im Leben haben können. Zum Beispiel liebe ich es, mich künstlerisch auszudrücken, und ich kann daran auch gar nichts ändern – nur passiert es natürlich ziemlich oft, dass der Prozess wehtut und zu rein gar nichts führt. Da ist also eine Sache, wie auch immer man sie bezeichnen will, die einen gewissermaßen auserkoren hat – und nicht umgekehrt. Vielleicht ist es mit Schmerzen verbunden, aber andererseits genießt man es auch irgendwie; du kannst es akzeptieren, dich damit anfreunden, ja sogar daran wachsen.“