MUSIK

Lockerungen in da Club: Kommt jetzt die unbeschwerte Rückkehr auf die Tanzflächen?

Links tobt die Menschenmenge, rechts spielt die band – auf der Bühne vom Gruenspan Hamburg.
Auf der Bühne vom Gruenspan Hamburg: Links tobt die Menschenmenge, rechts spielt die Band.Foto: Clubkombinat
  • Ab dem 4. März gibt es Lockerungen: Clubs und Diskotheken dürfen wieder öffnen – mit Einschränkungen.
  • Die Auflagen für die Öffnung haben Bund und Länder nach einem gemeinsamen Beschluss bekannt gegeben.
  • Wie die Branche reagiert und wie es um die Masken- und Abstandpflicht steht, erfährst du im Beitrag.
  • Mit dem Krieg in der Ukraine dürfte aber nicht mehr jedem nach unbeschwerter Party zumute sein.

In ganz Deutschland haben Party- und Konzertveranstalter:innen zwei Jahre lang kontinuierlich daran gearbeitet, ein Live-Erlebnis auch bei geschlossenen Clubtüren und Konzertsälen möglich zu machen. Ideen gab es viele, Widerstände auch. Das von vielen befürchtete Clubsterben hat sich dann aber eher als Spielstätten- und Kneipensterben herausgestellt, doch einfach waren die Zeiten auch für Clubs und Konzert-Locations nicht.

Jetzt naht der Befreiungsschlag: Bund und Länder haben zum 4. März erste Lockerungen in Aussicht gestellt. In einem weiteren Schritt könnten ab dem 20. März auch die letzten Maßnahmen wegfallen. Die unbeschwerte Rückkehr auf die Tanzfläche scheint zum Greifen nah.

Wie in alten Zeiten wird es in Clubs und Diskotheken jedoch vorerst nicht zugehen: Nach wie vor gelten 2G-plus-Bedingungen für Besucher:innen. An der schrittweisen Öffnung stören sich die meisten Club- und Diskothekenbetreiber aber nicht, im Gegenteil, wie Daniel Jakobson von der Clubcommission in Berlin erklärt: „Wir von der Clubcommission finden die schrittweise Öffnung gut und hoffen auf das Verständnis des Publikums.“

Vorfreude in Clubs und Discos: Betreiber bereiten sich auf Wiederöffnung vor

Auch wenn es vorab wieder einmal kaum Austausch mit den Clubs und Konzertlocations über die anstehenden Lockerungen gab, wurden einige inständige Bitten der Betreiber erhört. Viele Veranstalter freuen sich auf die Wiedereröffnung ihrer Läden. „Wir nehmen die Reaktionen auf die angekündigten Lockerungen so wahr, dass die überwiegende Mehrheit begeistert davon ist, wieder tanzen zu können. Maskenpflicht und Abstandspflicht entfallen, das ist gut. Die Kapazitätsbegrenzung von 2000 Leute pro Club finden wir ok, da wir uns nach wie vor angespannten Zeiten befinden. Und auch die nötigen Tests der Besucher:innen sind eine handhabbare Maßnahme, weil Schnelltests weiterhin kostenlos angeboten werden“, bestätigt Jakobson die neue Aufbruchsstimmung in bestimmten Berliner Locations.

In Hamburg schlägt man ähnliche Töne an, ist aber noch etwas vorsichtiger mit euphorischen Prognosen: „In erster Linie freuen wir uns, dass es endlich wieder losgeht und wir endlich wieder Action haben. Mit 2G-plus zu starten, halten wir fürs Erste für eine gute und sichere Idee. Wir hoffen, dass es ausreichend Testmöglichkeiten, auch zur späten Stunde und weiterhin kostenlos, geben wird, um das Publikum der Konzert- und Partylandschaft mit abzudecken“, erklärt Gianna Cherchi vom Bunker-Club Uebel & Gefährlich auf St. Pauli.

Und auch Thore Debor, Geschäftsführer Clubkombinat Hamburg e. V., schließt sich der einhelligen Meinung der Betreiber an: „Das Clubkombinat begrüßt die angekündigten Lockerungen für Clubs. Nach einer gefühlten Ewigkeit tut die Aussicht auf einen rauschenden Club-Frühling spürbar gut.“

Party ohne Maske und Abstand: Veranstalter halten 2G-plus für akzeptabel

Auch die Zugangsregelung mit 2G+ erscheint Debor für eine Übergangsphase akzeptabel, er fügt aber auch hinzu: „Wichtig ist uns, dass wir ab dem 20. März möglichst grundsätzlich allen Menschen – ohne Zugangsbeschränkungen – den Zutritt zu den Clubs gewähren können. Bedeutsam wird sein, dass wir auch dann noch auf Masken, Abstände und Kapazitätsbeschränkungen im Club weiterhin verzichten können.“ Viele Clubs würden für den erneuten Restart zudem noch ein wenig mehr Vorbereitungszeit benötigen. Größte Herausforderung dabei sei aktuell der extreme Personal- und Fachkräftemangel.

Schlussendlich fügt Jakobson von der Berliner Clubcommission aber noch hinzu: „Wir hoffen aber, dass das auch so bleibt. Es ist wichtig, endlich eine langfristige Lösung für Clubs zu finden, insbesondere in Hinblick auf den nächsten Herbst und Winter.“

 

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