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Cosmic Baby

Vier Jahre ließ sich der Techno-DJ Harald Bluechel aka Cosmic Baby Zeit für seine neue CD „Heaven“ (Intercord) – und ging musikalisch zurück, um in die Zukunft aufzubrechen

K!N: Cosmic Baby, ist Techno als Party endgültig vorbei?

Cosmic Baby: Bereits Anfang 90 habe ich davon geträumt, daß Techno eine ähnliche Wirkung haben könnte wie Expressionismus oder Konstruktivismus. Nur: Je länger sich Techno – wohin auch immer – entwickelt hat, desto weniger habe ich mich darin aufgehoben gefühlt. Ich habe kein Problem mit unterschiedlichen Haltungen, die notwendigerweise Reibungen produzieren, sondern damit, daß es eine Auseinandersetzung um die Möglichkeiten von Techno nie wirklich gegeben hat. Das war der Punkt, an dem ich mir gesagt habe, okay, du mußt dir ein anderes Spielfeld suchen.

K!N: Nämlich Musik wie auf „Heaven“. Und die ist unspektakulär …

Cosmic Baby: Ich habe in den letzten Jahren gut 150 Songs geschrieben, die ich ohne Probleme veröffentlicht sehen könnte. „Heaven“ ist ein sehr poppiges Album, das auch dafür gemacht ist, daß es viele Leute hören. Das Risiko ist natürlich, daß man mich fragen kann, wo die letzten drei Jahre geblieben sind. Da kann ich nur sagen: Dieses Album wird die Basis für weitere Projekte sein, die in eine ganz andere Richtung führen werden.

K!N: Und warum coverst du ausgerechnet Alan Parsons „Lucifer“?

Cosmic Baby: Weil’s mir gefällt. Ich war 11, als ich es das erste Mal gehört habe, und es ist eine Welt für sich. Alan Parsons ist einfach ein großer Einfluß für mich gewesen, und es hat mich auch gereizt, den Menschen dahinter kennenzulernen. Tatsache ist, daß er mich nach London eingeladen hat und mit mir ein gemeinsames Projekt machen möchte. Der will es tatsächlich noch mal wissen.

K!N: Im Pressetext zur CD kommt häufig dein bürgerlicher Name Harald Bluechel ins Spiel. Ist das Baby erwachsen geworden?

Cosmic Baby (lacht): Das hat mit dem schon beschriebenen Transformationsprozeß als Künstler zu tun. In dem Augenblick, wo ich meinen bürgerlichen Namen mit ins Spiel bringe, ist klar, das Cosmic Baby kein Kunstprodukt mehr ist. Ich übernehme die persönliche Verantwortung für ein Projekt, für das ich im wahrsten Sinne des Wortes beim Namen genommen werden will.

Interview: slu