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Cyndi Lauper

Gott ist eine Katze

Seit ihrem Superhit „Girls just want to have fun“ taucht Cyndi Lauper immer wieder mal ab – beispielsweise für Ausflge zu Film und Fernsehen. Schiebt man ihr buntes Paradiesvogel-Image beiseite, kommt der amerikanische Traum zum Vorschein: Cyndi Lauper hat angefangen mit Jobs als Sekretärin, Hausmädchen und Kellnerin. Wir trafen das quirlig-schrille Multitalent in Hamburg und entlockte ihr ein paar kleine Weisheiten über Gott, Musik und Film.

K!N: Cyndi, du bist jetzt 20 Jahre im Business. Hast du immer noch Spaß?

Cyndi Lauper: Ja, natürlich. Ich liebe es, kreativ zu sein, aufzutreten, Dinge zu erfinden.

K!N: Wie lautet dein Fazit? Was hast du gelernt?

CL: Ich lerne jeden Tag. Ich bin bei dem, was ich tue, besser geworden, als Musikerin, als Produzentin, bei der Promotion.

K!N: Du hast Regie bei Musikvideos geführt, als Schauspielerin einen Emmy gewonnen. Denkst du daran, richtig beim Film einzusteigen?

CL: Ich bin dafür nicht ausgebildet. Wenn ich etwas mache, will ich darin großartig sein. Hm, doch ja, ich würde gerne eine kleine, menschliche Geschichte machen, in der sich die ganze Familie wiederfinden kann. Aber an erster Stelle will ich Musik machen, die die Menschen denken und fühlen läßt. Ich bin keine große Schauspielerin. Ich habe große Momente in der Musik und ich kann Komödien spielen, aber nicht Shakespeare.

K!N: Über deine neue CD „Sisters Of Avalon“ sagst du, daß die Musik geboren worden ist. Was heit das?

CL: Wir haben zuerst nur die Basis-Tonspuren aufgenommen. Dann kam die Band dazu, und in diesem Augenblick wurde die Musik lebendig.

K!N: Deine CDs sind wie Kinder?

CL: Alle Songs sind wie Kinder.

K!N: Glaubst du an Gott?

CL: Ja. Ich glaube, daß sie ein ständiges Wunder ist, und ich suche sie berall.

K!N: Gott ist eine Frau?

CL: Vielleicht ist sie eine große, schwarze Frau. Vielleicht eine alleinerziehende Mutter, die von Sozialhilfe lebt. Vielleicht ist sie eine Katze. Wer weiß, vielleicht ist Gott eine „drag queen“… (die kleinen Augen funkeln!) Ich hoffe für alle Sexisten, daß sie vor einer Person stehen, die sie hassen, wenn sie ihrem Schöpfer gegenübertreten.

Interview: Bärbel Pfannerer