„Das Caravaggio-Komplott“: Caravaggio sehen und sterben
Was hat eine Leiche heute im Comer See mit einem 1969 in Palermo gestohlenen Caravaggio zu tun? Die italienisch-schweizerische Krimiserie „Das Caravaggio-Komplott“ läuft bei Arte und kann in der Arte-Mediathek gestreamt werden.
Im Jahr 1969 wurde in Palermo Caravaggios Gemälde „Natività“ gestohlen und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Die Serie „Das Caravaggio-Komplott“ baut jetzt um diesen Raub herum, der damals wirklich stattgefunden hat und bis heute nicht aufgeklärt wurde, die Geschichte eines mehrfachen Mordes. Die Geschehnisse rund um den in den 90ern verübten Mord sind auch heute noch so brisant, dass auch jetzt wieder Menschen sterben müssen. Die italienisch-schweizerische Krimiserie „Das Caravaggio-Komplott“ läuft bei Arte und kann in der Arte-Mediathek gestreamt werden.
Anna Romano (Gaia Messerklinger) ist Investigativjournalistin in Mailand. Als sie per Anruf informiert, dass es sich bei einer im Comer See geborgenen Leiche um ihren in den frühen 1990ern verschwundenen Vater handeln könnte, reist sie sofort an und trifft seit langem ihre Mutter und ihren Bruder wieder. Zwar wird beim Toten eine Halskette des Vaters gefunden, auch wurde der Leichnam im Auto des Vaters geborgen, und doch: Da man die Leiche nicht mehr klar identifizieren kann, wird ein DNA-Abgleich mit Anna und ihrem Bruder Francesco (Luca Filippi) vorgenommen. Als Anna erfährt, dass der Tote seinerzeit ermordet wurde – es werden zwei Kugeln im Körper gefunden –, beginnt sie trotz einvernehmlicher Vorgespräche mit Kommissar Cavadini (Alberto Malanchino) im Alleingang mit Recherchen, bei denen sie Privates und Berufliches ständig durcheinanderbringt und – vor allem – schlafende Hunde weckt. Denn der Tod ihres Vaters muss etwas mit dem Raub von Caravaggios Gemälde „Natività“ 1969 in Palermo zu tun haben. Höchstwahrscheinlich machte das Gemälde in Norditalien Station und wurde dort von ihrem Vater Antonio (Mattia Sonnino), einem brillanten Maler und Kunstexperten für echt erklärt, ehe es über die Grenze in die Schweiz nach Lugano gebracht wurde.
„Das Caravaggio-Komplott“: Die Cosa Nostra bleibt blass
Schon bald gerät nicht nur ihr Leben, sondern auch das von Menschen um sie herum in Gefahr. aus Palermo aber kommt der schlimmste Gegner. „Das Carvaggio-Komplott“ ist ein solider Krimi mit dosiert und perfet eingesetzten Twists, guter Charakterzeichnung und einer heute oft üblichen Überblendung von Vergangenheit und Gegenwart. So kommte man beim Zuschauen der Wahrheit auf zwei Zeitebenen immer näher, wobei beide sich auf dem Weg zur Auflösung des Falls immer mehr ineinander verschränken. Das Manko der Serie ist die Oberflächlickeit bei der Gestaltung einfacher Sachverhalte: Realismus bei der Zeichnung von Hierarchie in der Polizei und von den Möglichkeiten einzelnder Polizisten ist genauso Mangelware wie bei der Ausgestaltung der Gefahr durch die Cosa Nostra. Dennoch: „Das Carvaggio-Komplott“ ist ein ordentlicher Krimi von Regisseur Fulvio Bernasconi über einen realen Kunstraub und einem von vielen möglichen Folgeverbrechen rund um das Gemälde, das auch heute noch nicht wieder aufgetaucht ist.