FILM

Das Märchen der Märchen

Wenige Regisseure wechseln so elegant zwischen den Genres hin und her wie der italienische Filmemacher Matteo Garrone: Nach einem Gangsterfilm („Gomorrha – Reise in das Reich der Camorrra“, 2008) und einer Mediensatire („Reality“, 2012) hat Garrone nun, glaubt man dem Titel, „Das Märchen der Märchen“ gedreht – basierend auf der im 17. Jahrhundert entstandenen Märchensammlung „Pentameron“ des italienischen Schriftstellers Giambattista Basile, der als Europas erster großer Märchenerzähler gilt. Insgesamt drei ineinander verschachtelte Geschichten erzählt Garrones 2015 im Wettbewerb von Cannes uraufgeführter Film.

Der König von Highhills (Toby Jones) entwickelt eine Obsession für einen Floh, den er solange füttert, bis dieser groteske Ausmaße annimmt – unter den Folgen leidet vor allem seine Tochter. Der König von Strongcliff (Vincent Cassel) verliebt sich indes in die Stimme einer Frau, die er noch nie gesehen hat. Was er nicht ahnt: Sie gehört zu einer Greisin, die mit ihrer Schwester in einer ärmlichen Scheune lebt. Und schließlich ist da die Königin von Longtrellis (Salma Hayek), deren sehnlichster Wunsch es ist, ein Kind zu gebären. Ein mysteriöser Fremder gibt ihr einen Tipp, wie sie trotz ihrer Unfruchtbarkeit schwanger werden könnte: Sie müsse das Herz eines Seeungeheuers essen …

„Das Märchen der Märchen“ ist die Antithese zu den kindgerechten Märchenverfilmungen aus dem Hause Disney: Garrone konzentriert sich vor allem auf die düsteren Aspekte, die sich in fast jeder Märchenerzählung wiederfinden – und bedient sich dabei einer faszinierenden Bildsprache voller opulenter Tableaus und grotesker Details. In den Nebenrollen glänzen Schauspieler wie John C. Reilly oder Stacy Martin („Nymphomaniac“).

Ab 10. 3. ist „Das Märchen der Märchen“ auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

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