URBANE KULTUR

Das Smartphone – gekommen um zu bleiben

Handy in der Hand

Ein Gerät, das uns ständig zeigen kann, wo wir uns befinden? Wohl kaum. Hin und wieder muss man sich einfach hinsetzen und durchatmen und vielleicht doch an die Zeit denken, als man für Fotos noch zu einer richtigen Kamera mit einem Film greifen musste. Und als eine Reise damit begann, dass man auf dem Küchentisch die Landkarte ausgelegt hat, um sich einen Überblick über das Land zu verschaffen.

Es geht kaum mehr ohne

Heute kann man sich kaum mehr vorstellen, den Alltag ohne sein Smartphone zu bestreiten. Überall muss es dabei sein. Beim Sport zeichnet es die Anzahl Schritte und weitere wichtige Daten auf, im Bus oder in der Bahn ist das Smartphone für das Ticket zuständig und beim Essen dient es dazu, dass man der Welt mitteilen kann, was gerade auf dem Teller liegt. Sollte das Foto nicht beeindruckend genug sein, lässt sich zudem mit einem Filter alles optisch so zurechtbasteln, dass es aufregend genug wirkt und für möglichst viele Likes sorgt.

Doch ist das die Welt, in der wir leben wollen? Klar macht es eine Menge Spaß, stets eine Fülle von verschiedenen Spielen in der Tasche zu haben. Mal eben bei www.handycasinos24.com stöbern gehen und die neusten Slots zocken macht so manche Wartezeit wesentlich angenehmer, egal worauf man gerade wartet. Doch die Quittung kommt spätestens dann, wenn der Akku früher als gedacht leer ist oder man in der kommenden Woche mitteilt bekommt, wie viele Stunden man mit seinen Augen den kleinen und doch grell leuchtenden Bildschirm angestarrt hat.

Auf der Jagd nach dem ultimativen Bild

Als tückisch erweist sich nicht zuletzt, dass man mit dem Smartphone nun in jeder Lebenslage auch noch sein eigenes Foto schießen kann. Hatte man früher an einem Konzert einen Blick auf die Bühne, der lediglich durch größer gewachsene Zeitgenossen eingeschränkt war, kann man sich heute das Konzert ohne weiteres auf den Smartphones in der Reihe davor ansehen. Überall sehen sich die Menschen befugt, selber elektronische Erinnerungen in Bild und Ton zu sammeln. Dabei vergisst man schnell einmal, dass das beste Empfinden oftmals mit den eigenen Augen und Ohren gelingt.

Die Folge der allgemeinen Jagd nach den ultimativen Bildern ist, dass manche vermeintlich abgelegenen Orte und Geheimtipps heute völlig übervölkert und alles andere als geheim sind. Könnten Berge und Inseln sprechen, würden sie sich wohl über die Horden von Handy-Touristen beschweren, die sie jeden Tag ertragen müssen. Mit dem Smartphone kann plötzlich jeder alles – könnte man meinen. Und doch sieht man immer noch gewaltige Unterschiede bei der Umsetzung so mancher Fotogelegenheit.

Netzwerke werden immer dichter

Der technische Fortschritt, den das Smartphone gebracht hat, führt dazu, dass sich jederzeit und überall fast alles teilen lässt. Gefühlt haben nur Geschmack und Temperatur es noch nicht geschafft, sich über mobile Datennetzwerke weiter zu verbreiten. Aber während man früher teilweise lange warten musste, um seinen Gemütszustand mit seinen Lieblingsmenschen zu teilen, reichen heute ein paar wenige Klicks.

Gleichzeitig fördert dies aber auch eine gewisse Erwartungshaltung. Jeder und jede muss jederzeit erreichbar sein. Wer auf Mitteilungen nicht innerhalb kürzester Zeit reagiert, tanzt schon fast aus der Reihe. Eine gelesene, aber nicht beantwortete Botschaft weckt beinahe schon Misstrauen. Dabei ist es bei der heutigen Flut an elektronischen Botschaften teilweise auch kaum mehr möglich, allen Mitmenschen die Antworten zu geben, die sie verdienen würden.

Mehr als ein Spielzeug

Nebst allen Funktionen des Smartphones, die vor allem Spaß machen, darf man den praktischen Nutzen nicht vergessen. Wer sich irgendwo verirrt, weil der eigene Sinn für die Orientierung vielleicht doch nicht ganz so gut war, wie man dachte, findet mit dem Smartphone wieder den Weg dorthin zurück, wo er einmal hergekommen ist. Und je verzweifelter die Situation ist, desto mehr kann ein Smartphone gar Leben retten. In einer Notlage, beispielsweise bei einem Unfall, kann man so unter Umständen umgehend nach Hilfe rufen und ist nicht darauf angewiesen, zuerst ein Festnetztelefon zu finden.

In gewissen Berufskreisen galten Smartphones alleine wegen der verwendeten Materialien als verpönt. Das berühmte Nokia 3210 galt als physisch nicht zerstörbar, während die frühen Generationen der Smartphones dadurch auffielen, dass sie bei der ersten unsanften Landung gleich die „Spider-App“ aktivierten. Ein gesprungener Bildschirm sieht schließlich einem Spinnennetz verblüffend ähnlich. Doch baulich haben sich die Smartphones verbessert – und die Funktionalität hat längst auch in rauen Arbeitsumfeldern dafür gesorgt, dass ohne den kleinen viereckigen Helfer mit den abgerundeten Ecken nicht mehr viel geht.

Türöffner in der Hosentasche

Egal wo man heute unterwegs ist, taucht immer wieder die Frage auf, ob man da oder dort überhaupt noch hinein- oder vorbeikommt – und wie. Die Rede ist von Tickets, Bordkarten oder neuerdings bestimmten Zertifikaten, die es braucht, um zu Reisen oder sich ganz einfach die eine oder andere Art der Unterhaltung zu gönnen. Selbst das Ticket für das nächste Fußballspiel oder für ins Kino findet auf dem Smartphone seinen Platz.

Das hat natürlich auch seine Vorteile. Man muss auf Reisen längst nicht mehr den Überblick über so viel Papier behalten wie noch vor einigen Jahren. Bei der Bahn sind Ermäßigungen bei einem elektronischen Ticket oftmals schon hinterlegt, zumindest wenn man die App richtig eingerichtet hat. Und Bordkarten für den Flug in den Urlaub kann man sich ebenso bequem auf das Handy laden. Wenn man die Wartezeit am Flughafen ohnehin schon mit Zocken oder Lesen auf dem Smartphone verbringt, ist es aber auch nichts als praktisch, mit demselben Smartphone durchs Gate zu gehen.

Irgendwann kommt aber hoffentlich bei allen der Moment, in dem das Smartphone in einem Raum liegenbleibt und zumindest vorübergehend keine Beachtung mehr erhält. Dann ist es Zeit, tief durchzuatmen, und sich zu fragen, ob es nicht auch ohne geht. Ständig für alle erreichbar zu sein und gefühlt nichts mehr verpassen zu können, wirkt sich nämlich auch auf die persönliche Gemütslage aus. Und ob dieser ständige Druck genau das ist, was wir in unserem Leben wollen, dürfte man zumindest einmal in Frage stellen.

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