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Dennis Lehane: The Drop / Bargeld

Tschetschenen sind phantasievoll und pragmatisch: Sie benutzen Akkuschrauber zur Befragung und wissen, wie man eine Leiche im Rollkoffer verstaut. Außerdem haben sie in Boston ein cleveres System errichtet, um in sogenannten Drop-Bars unauffällig ihr Mobstergeld zu deponieren. Bob Saginowski arbeitet bei seinem Cousin Marv in so einer Drop-Bar, als die Bar überfallen und das Geld erbeutet wird. Bald haben die beiden deshalb nicht nur Besuch von dem finsteren Mafiosi Chovka, der seine Kohle zurückhaben will, sondern auch von dem misstrauischen Polizisten Torres. Bob will sich jedoch aus alledem heraushalten und sich lieber um seine neue Bekanntschaft Nadia und einen aus dem Mülleimer geretteten Pitbull-Welpen kümmern.

Doch auch so kann er neuem Ärger nicht aus dem Weg gehen. Denn schon fordert Nadjas Ex-Lover, der psychopathische Eric Deeds, seinen Hund zurück, und der gutmütige Bob kommt zu der Erkenntnis, dass sich Probleme manchmal eben nur mit einem Schuss in den Kehlkopf lösen lassen. Dennis Lehane hat die Drehbuchfassung einer Kurzgeschichte rechtzeitig zum Kinostart des Films (u.a. mit James Gandolfini als Marv und Noomi Rapace als Nadia) bearbeitet und als Kriminovelle veröffentlicht, doch leider bleiben auch in dieser Fassung manche Handlungsstränge nur angedeutet. Schade, denn die raffiniert verschachtelte Story und die mehrschichtig angelegten Figuren hätten mehr Tiefe verdient. (nh)

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