KULTUR

Der Revisor: Schauspiel Frankfurt

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Foto: © Birgit Hupfeld

Ein paar Russland-Klischees: Ständig wird Wodka getrunken, und wenn mal kein Wodka da ist, gibt es Tee. Die Landschaft ist massiv birkengeprägt. Wichtige Aktionen werden primär in der Sauna vollzogen. Vor allem aber: Amtsträger sind korrupt. Immer. Wenn Russen nicht betrunken sind, dann sind sie Meister im Handaufhalten.

Nikolai Gogol wusste das schon 1835: In der Verwechslungskomödie „Der Revisor“ beschreibt er eine Provinzstadt, deren Nomenklatura panisch die Ankunft eines Staatsbeamten erwartet, der inkognito Bücher prüfen wird und so das lokale Nassauertum auffliegen lassen könnte. Dumm nur, dass alle glauben, ein unbeteiligter Nichtsnutz sei besagter Revisor – worauf dieser aus der Verwechslung seinen Nutzen zieht …

Das auch in Deutschland viel gespielte Stück wird in Frankfurt von Sebastian Hartmann inszeniert, der als Leipziger Intendant schmerzhaft die Machtsturkturen der Provinz kennenlernen durfte, und der mit seinem an Frank Castorf geschultem Dekonstruktionstheater schon vorige Spielzeit einen russischen Stoff am Main zeigte, Dostojewskis „Dämonen“ nämlich.

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