KULTUR

Der Spieler: Münchner Kammerspiele

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Foto: David Baltzer

Der Lehrer Aleksej Iwanowitsch verachtet die Macht des Geldes und stürzt sich ins Spiel. Wenn er verliert: Gut, dann hat das Geld endlich keine Macht mehr über ihn. Wenn er gewinnt: Auch gut, dann kann er weiterspielen. Die Münchner Kammerspiele sehen Dostojewskis kurz nach „Schuld und Sühne“ 1867 erschienenen Roman als Analogie auf das 21. Jahrhundert, in der das Wohlstandsgefälle beunruhigende Formen annimmt, was nicht falsch ist, in seiner Allgemeingültigkeit aber auch ein wenig billig wirkt.

Wobei solch eine Vorankündigung noch nichts über die Inszenierung aussagen muss. Die stammt von Christopher Rüping, der als eine der ganz großen Nachwuchshoffnungen des deutschsprachigen Theaters gilt, mit seiner Stuttgarter Inszenierung „Das Fest“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde und ab kommender Saison Hausregisseur an den Kammerspielen wird. Die sind als Verbindung von Stadttheater und Postdramatik seit der Intendanzübernahme Matthias Lilienthals zur aktuellen Spielzeit noch nicht wirklich aus dem Quark gekommen, Rüping jedenfalls wird in der Regisseursriege die eher traditionalistische Position vertreten.

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