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Grenzöffnung 1989: Tanz auf dem Vulkan

Der Untergang der DDR aus Sicht des sozialistischen Geheimdienstes: Heute startet die Serie „Deutschland 89“ auf Amazon Prime.

Ganz klar, dass die auch für ihren Humor geliebte Geheimdienstserie um den DDR-Spion Martin Rauch mit dem Jahr 1989 zu Ende gehen muss. Wie sie zu Ende geht, ist aber nicht selbstverständlich. Übers Ziel hinaus schießt „Deutschland 89“, wenn es um die Grenzöffnung von Seiten der DDR geht – nicht alles muss man mit dem von Jonas Nay gespielten, längst nicht mehr linientreuen Spion Martin Rauch erklären. Auch dass die RAF plötzlich im engeren Handlungsgeschehen des DDR-Auslandsgeheimdienstes steht, hätte nicht unbedingt sein müssen, sorgt aber für ordentlich, ähem, Sprengstoff in der Handlung. Verwiesen sei außerdem auf die berufliche Weiterentwicklung von Agenten des Auslandsgeheimdienstes, vom Computerverkauf bis hin zum fliegenden Wechsel zu einem West-Gemeindienst reicht.

Die beiden Regisseurinnen Randa Chahoud und Soleen Yusuf indes haben ganze Arbeit geleistet. Ob nun der Drogentrip von Martin Rauch, über den kulturnews ausführlich mit Jonas Nay gesprochen hat, oder das Inszenesetzen von DDR-Spionen im Westen nach dem Mauerfall und das Gegeneinanderagieren aller Geheimdienste angesichts einer aus den Fugen geratenden Welt – all diese Momente sind hervorragend in Szene gesetzt. Ob Maria Schrader, Sylvester Groth, Uwe Preuss und Svenja Jung, Corinna Harfouch, Anke Engelke oder Fritzi Haberland: Das hochkarätig besetzte Ensemble spielt seine Fähigkeiten in „Deutschland 89“ voll aus.

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