Die 10 besten Veranstaltungen in Berlin im Januar

Unsere liebsten Veranstaltungen in Berlin: Konzerte und Festivals

Dennis Jones & BandBlues you can rock to“ ist das Motto von Dennis Jones. Er selbst hat erst über den Rock zum Blues gefunden: Mit seiner ersten Band hat der US-Amerikaner aus Maryland noch vor allem Rock’n’Roll gespielt. Bis ihm eines Tages auffiel, dass all die Gruppen, die ihn so inspirierten, selbst vom Blues inspiriert worden waren. Dennis ist zur Quelle zurückgegangen und spielt seitdem puren, leidenschaftlichen Bluesrock. Zusammen mit Raymond Johnson am Bass und Cornelius Mims am Bass lädt er seine Hörer auf eine Reise zurück ein, als der Blues noch wirklich etwas bedeutet hat. Aber wie gesagt: Gerockt wird trotzdem. Maschinenhaus 17. 1., 20 Uhr

Sturgill Simpson Zu Beginn seiner Karriere haben die meisten Kritiker*innen Sturgill Simpson in der Tradition des Outlaw Country verortet, in Gesellschaft von Legenden wie Willie Nelson oder Merle Haggard. Doch das dürfte spätestens jetzt vorbei sein, denn Simpsons neues Album „Sound & Fury“ ist endgültig in der Gegenwart angekommen: Die rockigen Songs darauf werden von verdreckten Gitarren und futuristischen Synthesizern getragen. Noch dazu hat Sturgill in Japan einen ganzen Animefilm zum Album produzieren lassen. Doch wirklich verraten hat der Amerikaner seine Ideale trotzdem nicht: Was könnte mehr Outlaw sein, als selbst die eigenen Konventionen über den Haufen zu werfen? Columbia Theater 24. 1., 20 Uhr

Unsere liebsten Veranstaltungen in Berlin: Kabarett

Admiralitätspalas Black Out
Black Out Foto: Kidizin Sane

Black Out Das Handynetz fällt aus, der Kühlschrank kühlt nur noch wenige Stunden, kein Fernsehen und Radio nur mit dem alten Transistor – falls die Sender Notstrom haben. Unsere ganze Zivilisation steht bei einem Black Out auf der Kippe, weshalb Katastrophenbeauftragte von Bund und Ländern neben dem Ausfall der Geldinstitute auch den Stromausfall ganz weit oben auf ihrer Agenda haben. Die die in Wien ansässige Flowmotion Dance Company dreht natürlich nicht dieses ganz große Rad, sie schaut aber auf unsere Lebenswirklichkeit und spielt den Black Out hier nach. Dass sie hierfür eine Virtual-Reality-Box einsetzt, ist dann schon höhere Komik, kriegen wir auf der Bühne doch genau das gezeigt, was im Ernstfall sofort ausfällt. Ein Thema, das uns alle angeht, inszeniert mit modernster Technik: das ist „Black Out“.  Admiralitätspalast 24. 1., 20 Uhr

Unsere liebsten Veranstaltungen in Berlin: Tanz und Theater

Ultraworld VOLKSBÜHNE Berlin
Regisseurin Susanne Kennedy Foto: (c) Franziska Sinn

Ultraworld Wenn sich ein Videokünstler, ein bildender Künstler und eine Regisseurin zusammentun, kann daraus nur ein multimediales Gesamtkunstwerk entstehen. Regisseurin Susanne Kennedy (Foto) erforscht in „Ultraworld“ nichts Geringeres als das menschliche Bewusstsein und seine Entstehung. Wie schon in ihren Inszenierungen „Women in Trouble“ (2017) und „Coming Society“ (2019) an der Volksbühne, ist auch ihre aktuelle Uraufführung ein hyperrealistisches Medienspektakel, in dem die Frage nach der menschlichen Existenz zum Evolutionsspiel wird. Kennedys dritte Zusammenarbeit mit den Künstlern Markus Selg (Bühne & Video) und Rodrik Biersteker (Video) verspricht eine ebenso fulminante Bühneninszenierung voller virtueller Videoeffekte, interaktiver Installationen und performativer Elemente, die an dystopische Science Fiction erinnern. In „Ultraworld“ ist das menschliche Bewusstsein eine „dynamische, innere Simulation“. Was kann da naheliegender sein, als seine Entstehung mittels virtueller Realitäten zu zeigen? Volksbühne Uraufführung 16. 1.

Tanztage Berlin 2020 SOPHIENSAELE
Performancegruppe Juck Foto: © Linus Enlund

Tanztage Berlin 2020 Als internationales Festival für zeitgenössischen Tanz kommen bei den Tanztagen kulturelle Themen, die Gesellschaften bewegen, zum körperstarken Ausdruck. Es geht um postkoloniale Perspektiven, befreiende Blicke auf Geschlechterrollen, und queer-feministische Ansätze für tiefsitzende Ansichten: Während die kanadische Tänzerin und Choreografin Sasha Amaya in ihrem Premierenstück „Sarabande“ nach der kulturellen Einverleibung barocker Tänze fragt, rückt Caner Teker mit „Dirty Performance“ türkische Öl-Wrestlings ins Feld queerer Blickwinkel. Indem Teker dem männlichkeitsbehafteten Kampfsport eine verletzliche Ebene hinzufügt, löst er genderorientierte Stereotypen auf und spielt mit klassischen Machtdynamiken. Die schwedische Performancegruppe Juck (Foto) stellt in ihren Choreografien feministische Fragestellungen traditionellen Konventionen gegenüber. Darin loten sie gewollt provokativ überholte Klischees von weiblicher Sexualität aus. Für Verschnaufpausen nach den ansagestarken Auftritten sorgen die Relaxed Performances mit sensorischen Entspannungssphären. Sophiensaele 8.–18. 1.

Transmediale 2020 HAUS DER KULTUREN DER WELT/VOLKSBÜHNE
LaTurbo Avedon & Myriam Bleau, Eternity Be Kind, Mutek 2018 Foto: © Courtesy the artists und Ella Rinaldo

Transmediale 2020 Das Festival für Kunst, Kultur und Technologie widmet sich dieses Jahr dem Motto „End to end“ und setzt damit den Fokus auf Netzwerke. Dass diese nicht nur Zukunftspotentiale besitzen, sondern auch Grenzen aufweisen, zeigen neben einer Ausstellung eine Auswahl an Filmscreenings, Podiumsdiskussionen und Performances, rund um mögliche Zukunftsszenarien. Haus der Kulturen der Welt/Volksbühne 28. 1.–1. 2.

Unsere liebsten Veranstaltungen in Berlin: Klassik

Herbert Blomstedt, Leif Ove Andsnes, Berliner Philharmoniker, Philharmonie
Herbert Blomstedt, Leif Ove Andsnes, Berliner Philharmoniker Foto: Peter Adamik

Herbert Blomstedt, Leif Ove Andsnes, Berliner Philharmoniker Bruckners vierte Symphonie ist eine seiner bedeutendsten Kompositionen: Bereits zu ihrer Uraufführung 1881 in Wien wurde ihr großer Erfolg zuteil, und bis heute ist sie – neben der siebten – Bruckners beliebtestes Werk. Er selbst nannte sie seine „Romantische“, und in der Tat weckt sie von ihrem bedächtig-dynamischen ersten Satz an stimmungsvolle innere Bilder. Bilder, die den Komponisten über lange Jahre hinweg nicht losließen: Bruckner überarbeitete die Symphonie mehrfach, eine erste Fassung entstand bereits 1874, und es besteht auch eine zweite Fassung von 1878, mit einem völlig neu überarbeiteten Scherzo. Wenn jemand den hohen Anspruch, den Bruckner offensichtlich an seine vierte Symphonie gestellt hat einlösen kann, dann ist das Herbert Blomstedt, einer der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit und ein veritabler Bruckner-Experte. Für Mozarts Klavierkonzert Es-Dur KV 482 unterstützt ihn außerdem der Pianist in Residence der Berliner Philharmoniker, Leif Ove Andsnes. Philharmonie 16.–18. 1.

Schubert-Woche Der Pierre-Boulez-Saal widmet Schubert erneut einen Programmschwerpunkt im Januar, mit Workshops, Themenkonzerten und einem Young-Singers-Showcase. Dabei kuratiert der bedeutende amerikanische Opernsänger Thomas Hampson die Schubert-Woche nochmal – und weiht das Festival am ersten Abend mit seiner Interpretation der „Winterreise“ ein. Pierre-Boulez-Saal Berlin 13.–19. 1.

Unsere liebsten Veranstaltungen in Berlin: Ausstellungen

Beate Gütschow. „LS“ und „L“ BERLINISCHE GALERIE
Beate Gütschow, S#14, 2005 Foto: © VG Bild-Kunst, Bonn, 2019

Beate Gütschow. „LS“ und „L“ Wenn die Fotografin Beate Gütschow Landschaften und Städte in Szene setzt, fragt keiner nach dem dokumentarischen Charakter ihrer Aufnahmen. Viel mehr steht die Frage nach Darstellung und Wahrnehmung der thematischen Motive im Raum: Die Werkreihen „LS“ (Landschaft) und „S“ (Stadt) sind bildgewordene Utopien eigener Kulturprägungen. Berlinische Galerie 4. 12. 2019–30. 3. 2020

Design Lab#5 Times of Waste – Was übrig blieb Staatliche Museen zu Berlin – Kunstgewerbemuseum
Times of Waste, Mine und Vibrationsmotor Foto: © Forschungsteam Times of Waste

Design Lab#5 Times of Waste – Was übrig blieb Vor Elektroschrott ist man nirgends sicher – nicht einmal im Weltall! Überall fliegen Materialreste herum. Irgendwo müssen sie ja landen, die Kleinteile, Verpackungen und Abfallstücke. Vieles davon wird einfach dorthin zurücktransportiert, wo es produziert wurde. Tonnen an Müll aus reichen Industrienationen werden für viel Geld in andere Länder verschifft, bis diese – wie kürzlich China – aus dem teueren Müllhandel aussteigen. Wohin also mit den Altlasten? Das Forschungsprojekt „Times of Waste“ hat den Weg des Mülls von seiner Entstehung bis zur Deponie verfolgt. Als markantes Beispiel dient das Smartphone – ein Alltagsgegenstand, dessen materielle Zusammensetzung bereits genug Stoff für einen Wirtschaftskrimi bietet. Woher stammen die Rohstoffe, wie werden sie gewonnen, und welche ökonomischen Verstrickungen führen letztlich zur fragwürdigen Ruhestätte des Materials? In der Ausstellung kann man die lange Reise des Smartphones nachverfolgen: Videoprojektionen schaffen das visuelle Setting und zeigen Orte der Entsorgung, die an apokalyptische Landschaften erinnern. Tonessays erzählen die Lebensgeschichte des Smartphones, und großformatige Karten geben einen Eindruck über globale Zusammenhänge der Stoff- und Müllmaschinerie. Ob Smartphone oder beliebiges Gadget – am Ende steht die Frage förmlich im Raum: Wenn so viel Rohstoff in meinem Gerät liegt, wieviel Gerät liegt dann zwischen den Rohstoffen? Staatliche Museen zu Berlin – Kunstgewerbemuseum 25. 1.–22. 3.

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