Die 10 besten Veranstaltungen in München im Dezember

Unsere liebsten Veranstaltungen in München: Konzerte und Festivals

Amilli Die verrotzte Coolness Bochums hat es schon Grönemeyer so angetan, das er seine Heimatstadt in einem Song verewigte. Mit Amilli ist jetzt ein weiteres Argument aufgetaucht, sich die Ruhrpottstadt vielleicht doch mal anzugucken. Denn ihr lässiger Pop, gemischt mit Soul und R’n’B, katapultiert die Bochumer Sängerin gerade in ungeahnte Höhen. Umso cooler wirkt Amilli dabei, weil ihr der Erfolg eher zuzufliegen scheint. Ihren ersten Song hat sie als Schülerin auf Soundcloud veröffentlicht, weil eine Freundin ihre Stimme mochte. Und als sie letztes Jahr die 1Live Krone gewonnen hat, wusste Amilli nicht einmal, dass sie nominiert war. Natürlich gönnt man ihr den Sieg trotzdem – und Bochum gleich mit. Zehner 6. 12., 20 Uhr

Sons Of Kemet  Kemet ist der Name, den die Menschen im Alten Ägypten ihrem Land gegeben haben – ein Name, der so viel bedeutet wie „Schwarzes Land“. Wenn sich Shabaka Hutchings und seine Kollegen also Sons Of Kemet nennen, ist das immer auch politisch gemeint. Tatsächlich will der Londoner mit seiner Supergroup zugleich unterhalten, verstören und aufrütteln – und nebenbei noch exzellente Musik machen, die zwischen Jazz, Rock und Einflüssen aus Afrika oder der Karibik oszilliert. Auf ihrer neuesten Platte „Your Queen Is A Reptile“ stellen sich die Sons Of Kemet gegen die britische Monarchie mit ihrer kolonialistischen Vergangenheit. Münchner Kammerspiele – Alien Disco 14. 12., 20 Uhr

Unsere liebsten Veranstaltungen in München: Tanz und Theater

Veranstaltungen München MÜNCHNER VOLKSTHEATER Wer hat meinen Vater umgebracht
Regiesseur Philipp Arnold Foto: (C) Barbora Mrazkova

Wer hat meinen Vater umgebracht Der Film „Marvin“, den der Sender Arte kürzlich ausstrahlte, brachte es bereits stimmungsvoll zum Ausdruck: Edouard Louis‘ Kampfansage gegen die Unsichtbarkeit von Gewalt und toxische Männlichkeit. Nun wagt sich Regisseur Philipp Arnold (siehe Foto) an den autobiografischen Essay von Louis. In der Romanadaption inszeniert Arnold die fragile Beziehung zwischen dem Autor und dessen Vater, einem rassistischen Macho, dessen Hilflosigkeit in Wut und häusliche Gewalt mündet. Einen Ausweg aus den sozial prekären Lebensverhältnissen sucht zumindest der Sohn, der sich gegen homosexuelle Anfeindungen behaupten muss und zugleich nach künstlerischer Selbstverwirklichung sucht. Trotz der gegenläufigen Lebensentwürfe gelingt Vater und Sohn die versöhnliche Annäherung. Hier zeigt sich das wahre Kunststück: dass man inmitten einer aufgebrachten Gesellschaft, in der soziale Ungerechtigkeit und fehlendes Verständnis herrschen, Empathie und Einsicht zeigt und findet. Münchner Volkstheater Premiere: 13. 12., 20 Uhr

Veranstaltungen Der eingebildete Kranke RESIDENZTHEATER München
Autor PeterLicht Foto: © Christian Knieps

Der eingebildete Kranke Argans größte Sorge ist seine Sterblichkeit, denn als Hypochonder glaubt er, ernsthaft krank zu sein. In ständiger Angst vor dem Tod ist sein Dasein von Leid geprägt – so zumindest definiert er sich und seine Beziehung zur Welt. Mit der Neudichtung von Molières Komödie blickt Musiker und Autor PeterLicht auf eine von Selbstoptimierung besessene Gesellschaft, die nach dem Vorsatz „immer besser, immer weiter, bloß nicht krank werden“ strebt. Bereits Molières Uraufführung 1673 war von Ironie geprägt: Der Autor spielte nicht nur den Kranken – er war auch krank, erlitt während der Aufführung einen Blutsturz und starb kurze Zeit danach. Dass der Tod zum gesellschaftlichen Tabuthema gehört, macht die Bearbeitung für PeterLicht umso reizvoller, denn als ein Mensch der Popkultur bewegt sich der preisgekrönte Künstler zwischen den Polen von Anpassen und Anecken. Seine nächste Molière-Überschreibung „Tartuffe oder das Schwein der Weisen“ steht bereits für 2020 in den Startlöchern. Residenztheater Uraufführung 20. 12., 19.30 Uhr

Unsere liebsten Veranstaltungen in München: Kabarett

Ringsgwandl MÜNCHNER VOLKSTHEATER
Foto: Ralf Standtke-Helmbrechts

Ringsgwandl „Wuide unterwegs“ ist Ringsgwandl aktuell mit seinem Album „Andacht und Radau“. Der bayerische Kabarettist mit Neigung zum Durchdrehen auf der Bühne hat sich längst in einen (allerdings schon immer sensiblen) Liedermacher gewandelt. Diesmal kommt der frühere Chefkardiologe mit Songs aus allen Epochen seines Schaffens.
Münchner Volkstheater 27. 12., 20 Uhr

Jesus war ein Fliegenpilz LUSTSPIELHAUS
Foto: Lukas Beck

Jesus war ein Fliegenpilz Kaum stehen wichtige Ereignisse ins Haus, unterfüttern auch schon die Science Busters aus Wien mit wissenschaftlichen Mitteln unsere Meinung dazu. Der heutige kabarettistische Vortrag steht unter dem Motto „Grippewelle – Alkoholmissbrauch – Zuckerschock“ und fragt unter anderem Wie geil macht Weihrauch wirklich? Lustspielhaus 22. 12., 14 + 20 Uhr

Unsere liebsten Veranstaltungen in München: Klassik

Münchener Philharmoniker, Krzysztof Urbański Gasteig München
Foto: Marco Borggreve

Münchener Philharmoniker, Krzysztof Urbański Krysztof Urbański gehört zu den weltweit gefragtesten Gastdirigenten. Mittlerweile hat er sich als erster Gastdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters zumindest teilweise in Hamburg niedergelassen, doch natürlich reist Urbański weiterhin durch die deutsche Klassiklandschaft. Die Münchener Philharmoniker konnten ihn für sage und schreibe drei Termine sichern: Anfang Dezember dirigiert der Ausnahmekünstler Urbański Werke von Lutosławski, Chopin und Tschaikowsky – Doch sollte man dabei nicht vergessen, wer mit ihm und den Münchener Philharmonikern soliert. Denn bei den Konzerten im Gasteig wird Urbański von keinem geringeren als dem Nachwuchs-Starpianisten Jan Lisiecki unterstützt. Gasteig München 5.–7. 12.

Lucas Debargue Es fällt schwer, bei Lucas Debargue von einem klassischen Wunderkind zu sprechen: Der Franzose spielte zwar immerhin schon mit elf Klavier, allerdings lernte er autodidaktisch, und spielte nebenher noch Bass in einer Jazzband. Erst mit zwanzig Jahren widmete er sich voll und ganz dem Klavier. Preise ließen trotzdem nicht lange auf sich warten – nicht zuletzt seine Vielfalt und sein eigenwilliger Stil machen Debargue zu einer Ausnahmeerscheinung in der Welt der Klassik. Prinzregententheater München 6. 12., 20 Uhr

Unsere liebsten Veranstaltungen in München: Ausstellungen

Die Fäden der Moderne. Matisse, Picasso, Miró … und die französischen Gobelins Dass Picasso und Co. zu den Malern der Moderne gehörten, ist bekannt. Weniger, dass sie auch Vorlagen für Gobelins, Möbel und Bodenteppiche entwarfen. Das Handwerk der Weberei geht zwar auf eine jahrhundertealte Tradition zurück, jedoch nutzte es die Kunst der Moderne als Ausdruck neuer Bildtechniken und -wirkungen. Wie Picasso fertigten viele namenhafte Künstler*innen ihre Werke für die französische Manufacture des Gobelins an, in der somit zahlreiche textile Meisterwerke entstanden – das Ergebnis kann man sich nun in einer Werkschau ansehen: Der Ausstellungsparcours der Kunsthalle München führt durch den vernachlässigten Bereich der Textilkunst und zeigt, welche gesellschaftlichen Umbrüche der Moderne auch hier sichtbar werden. Kunsthalle München 6. 12.–8. 3. 2020

Die Fäden der Moderne. Matisse, Picasso, Miró ... und die französischen Gobelins KUNSTHALLE MÜNCHEN
Pablo Picasso: „Frauen bei ihrer Toilette“, 1969, Manufacture des Gobelins, 58 × 60 cm, Wolle, Sammlung Mobilier national Foto: © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Françoise Baussan

Gesichter der Stadt. Videoporträts von Kurt Benning und Hermann Kleinknecht Dass es manche Menschen immer noch erstaunt, wenn jemand mehr als nur eine Seite hat und das auch zeigt, mag verwundern. Der Mensch hat schließlich viele Gesichter, und eine ganze Stadt besteht mithin aus unzähligen und vielfältigen Gesichtern, keines gleicht dem anderen: je größer die urbane Landschaft, desto diverser die Menschenmasse. Eine komplexe Ansammlung von Individuen. Wie soll man da ein Porträt schaffen, das diese Vielschichtigkeit an Gesichtern abbildet? Die Künstler Kurt Benning und Hermann Kleinknecht haben die Herausforderung gewagt und 1996 ihr Langzeitprojekt „Videoporträts“ gestartet. Darin fragen sie Münchner*innen aus allen sozialen Schichten, Berufen und Altersklassen, was sie beschäftigt.

Das Tolle an Videos ist ja das bewegliche Bild-Ton-Erlebnis: Wir beobachten, wie uns jemand anblickt, wie sich die Mimik verändert, wie Stimme und Tonfall klingen und sich die persönliche Ausstrahlung überträgt. Den lebendigen Videoeindruck ergänzt zudem noch die Porträtreihe „Bilder für Alle“ verschiedener Künstler*innen. Man kann sich also auf ein komplexes Porträt mit unzähligen Gesichtern gefasst machen – ein Multiporträt. Und man weiß: Die eine Gesellschaft gibt es nicht. Genauso wenig wie das eine Gesicht. Münchner Stadtmuseum 20. 12.–23. 2. 2020

Nichts verpassen! Einfach unseren Newsletter abonnieren! Anmelden