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Die besten Folk- und Countrysongs gegen den Corona-Blues

Sally Anne Morgan
Foto: Katrina Ohstrom

Zwischen Honkytonk und Postpunk: Fünf spannende neue Musiker*innen beweisen, dass Country und Folk ihre Wurzeln nicht verloren haben – nur ihren Purismus.

Country und Folk galten lange Zeit als uncool: versteifte, erzkonservative Genres, denen alles Aufregende von Natur aus fremd ist. So kommt es, dass Ripley Johnson, als Mitglied von Wooden Shjips und Moon Duo ein Urgestein des modernen Psychedelic Rock, lange Zeit halb im Scherz damit drohen konnte, eine Country-Platte zu machen. Aus Spaß wurde Ernst, und nun legt Johnson mit „Summerlong“ (Thrill Jockey) bereits das zweite Album seiner Rose City Band vor – ein herrliches Stück sonnengetränkter 70er-Country-Psychedelia.

Kathleen Edwards wusste es indes schon immer besser: Ihr kluger Folkrock ist seit ihrem Debüt in den Nullerjahren ein Geheimtipp für Fans etwa von Lucinda Williams. Ihr neues Album „Total Freedom“ (Dualtone, 14. 8.) ist ihr erstes nach einer achtjährigen Pause – und der Name ist Programm.

Totale Freiheit bedeutet aber auch: den Blick zurückwerfen zu können, ohne dabei überkommene Stilmittel zu übernehmen. Sally Anne Morgan webt auf ihrem Debütalbum „Thread“ (Thrill Jockey, 11. 9.) vertraute Klangästhetiken zu einem subtil-psychedelischen Gesamtbild, dem auch Pop-Dramaturgien nicht fremd sind.

Der Kanadier Colter Wall kann dagegen als legitimer Nachfolger von Willie Nelson betrachtet werden – und das nicht nur wegen seines warmen Baritons und der eigenwilligen Gesangtechnik. Sein wunderbar sprödes drittes Album „Western Swing & Waltzes and other punchy Songs“ (La Honda, 28. 8.) klingt nach Staub, Prärie und harter Arbeit.

Alain Johannes beweist indes, wie over Genregrenzen 2020 wirklich sind: Sein drittes Soloalbum „Hum“ (Ipecac) lotet die ganze Bandbreite zwischen Folk, Postpunk und Desert Rock aus.

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