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Die besten Krimis 2026: Empfehlungen für den Februar

Die besten Krimis im Februar 2026: Buchcover von Anne Stern, Grän & Waldenfels, Jonny Sweet, Henry Wise, Richard Hallas und Cilla und Rolf Börjlind

Bis auf Weiteres bleibt es eiskalt: Die besten Krimis im Februar 2026 mit Anne Stern, Grän & Waldenfels und Jonny Sweet.

Christine Grän und Marianne von Waldenfels sind zurück: Mit „Die Frau, der Ruhm und der Tod“ geht es in die 70er – und auf unserer Liste der besten Krimis im Februar 2026 zählen sie natürlich zu den Favorit:innen für die Spitzenposition. Auch Jonny Sweet könnte es auf unserer Liste der besten Krimis im Februar 2026 ganz nach oben schaffen, denn mit „Der Kellerby-Code“ entstaubt er den englischen Landhaus-Krimi. Oder führt „Holy City“ von Henry Wise unsere Liste der besten Krimis im Februar 2026 an? Mit seinem grausam gut erzählten Debüt führt er uns an die Abgründe eine ländlichen Gegend.

Auf der Bestsellerliste steht Anne Stern bereits ganz oben. Doch wie weit kommt „Die weiße Nacht“ auf unserer Liste der besten Krimis im Februar 2026? Und auch ein Krimiklassiker darf auf unserer Liste der besten Krimis im Februar 2026 nicht fehlen: Bislang kennt man den britischen Schriftsteller Eric M. Knight (1897-1943) vor allem wegen „Lassie“. Doch unter dem Pseudonym Richard Hallas hat er auch den Noir-Roman „Wer verliert gewinnt“ veröffentlicht, der jetzt in einer Neuauflage erscheint.

Die besten Krimis im Februar 2026

6. Cilla und Rolf Börjlind: Schatten über dem Wald

Buchcover „Schatten über dem Wald“ von Cilla und Rolf BörjlindExperimente mit Ameisen gehören leider oft zu den unreflektierten Machtspielchen gegenüber Kleintieren, die sich bei Langeweile und kindlichem Übermut Bahn brechen. Doch anscheinend belästigen auch Erwachsene die imposanten Hügelnester der Formica. Im waldreichen Schweden wird dort die Maische für den Selbstgebrannten versteckt – oder sich wie hier einer kopflosen Leiche entledigt. Da um das Hundert-Seelen-Dorf Slagtjärn öfter mal Pilzesammler und Wikinger spielende Kapuzenfreaks durchs Gehölz streunen, bleibt der männliche Torso nicht unentdeckt. Olivia Rönning aus Stockholm rückt an, um zusammen mit Ulf Molin und der samisch-stämmigen Polizeiassistentin Emmy die Ermittlungen anzugehen, welche sich auf die nähere Umgebung konzentrieren. Die letzten Vermisstenmeldungen aus der Gegend liegen jedoch zwanzig Jahre zurück, und der mit einer Motorsäge abgetrennte Kopf wird zunächst nicht gefunden. Könnte der Tote das Opfer einer rituellen Zeremonie sein?

Die Felsplatte beim nahen Slagan Wasserfall ist ein alter heiliger Kultplatz, der nachts nicht nur heulende Wölfe anzieht. An verschrobenen Einwohnern herrscht in Slagtjärn eh kein Mangel. Olga Bolund verschenkt Zimtschnecken in Hakenkreuzform, und aus ihrer Kuckucksuhr schnellt eine Hand zum Hitlergruß. Ihre Söhne, die berüchtigten Bolund-Brüder, schwingen die Baseballschläger. Der geistig beeinträchtigte Gusum entdeckt merkwürdige Gestalten beim Angeln. Der blinde Spökenkieker Niek gibt dem Ermittlerteam mit seinen hellseherischen Fähigkeiten rätselhafte Tipps. Und schließlich ist da natürlich auch Kommissar Tom Stilton, den ein Cold Case aus Slagtjärn bis heute verfolgt. Die überdurchschnittliche Krimiserie der Börjlinds überzeugt wieder einmal mit einem packenden Fall, bei dem man Olivia und Tom nur allzu gern begleitet. Übrigens: Nicht nur in Ameisenhaufen, auch in Motoröltonnen lässt sich prima was verstecken …

btb, 2025, 448 S., 18 Euro

Aus d. Schwed. v. Susanne Dahmann u. Julia Gschwilm

5. Richard Hallas (Eric M. Knight): Wer verliert gewinnt

Die besten Krimis im Februar 2026: Buchcover „Wer verliert gewinnt“ von Richard HallasWagemut führt nicht zwangsläufig zu Erfolg, kann dem Leben jedoch wilde Kapriolen bescheren. Eine Erfahrung, die Dick Dempsey aus einem Bergwerksnest in Oklahoma macht, der kurzentschlossen auf das Dach eines Güterzugs springt, um mit diesem durch die halbe USA nach Kalifornien zu gelangen. Dort vermutet er seine Frau Lois, die ihn zusammen mit ihrem kleinen Sohn verlassen hat. In den 1930er-Jahren ist Hollywood der Sehnsuchtsort für alle, die unter der Großen Depression jener Zeit leiden. Doch landet Dick hier ohne einen Dollar in der Tasche, wird bald von der Polizei gejagt und lässt sich zu einem fingierten Überfall verleiten, bei dem er übel gelinkt wird. So muss er beim Roulette alles auf Rot setzen, um aus der Sache herauszukommen. Dick trifft dabei nicht nur auf den dubiosen Filmregisseur Genter, der eine Vorliebe für skurrile Devotionalien hat, sondern auch auf die Matrone Mamie, welche er erst heiratet, dann aber ertränken, vergiften und in die Tiefe stürzen will …

In diesem höchst unterhaltsamen Noir-Roman aus dem Jahr 1938 drehen die sich überschlagenden Ereignisse immer wieder in unerwartete Richtungen, sodass er fast wie eine Parodie auf das damals noch junge Genre wirkt. Der britische Schriftsteller Eric M. Knight (1897–1943) hat ihn unter dem Pseudonym Richard Hallas geschrieben. Mit der behutsam angepassten Originalübersetzung, in welcher das Buch im Jahr 1944 in der Schweiz erschienen ist, lässt sich ein fast unbekannter Autor jetzt neu entdecken. Unbekannt? Zumindest ein Werk von Knight sollte jedem ein Begriff sein: „Lassie“.

Elsinor, 2026, 224 S., 22 Euro

Aus d. Engl. v. Anna Katharina Rehmann-Salten

4. Henry Wise: Holy City

Buchcover „Holy City“ von Henry Wise„Junge, geht es dir gut?“ – „Klar, Mama.“ – „Du nimmst doch nicht wieder Drogen, oder?“ Sam schwitzt und zittert – Cold Turkey. Zu den Drogen ist er durch eine Entstellung gekommen, die er seit seiner Highschoolzeit ertragen muss. Bei einem brutalen Überfall konnte sein Freund Will Seems ihn nicht verteidigen. Dieser fühlt sich auch als Erwachsener immer noch für Sam verantwortlich, als er nach langer Zeit in seinen Heimatort in Süd-Virgina zurückkehrt. Als Deputy untersucht Will nun den Mord an seinem Freund Tom, der damals ebenfalls zugegen war. Mit seinem grausam gut erzählten Debüt führt uns Henry Wise an die Abgründe einer ländlichen Gegend, in der nicht nur rülpsende Ochsenfrösche verstörend sind. Wen es in die Gefilde der Kindheit zurückzieht, dem sollte gewahr sein, dass einen Schreckliches erwartet …

Polar, 2026, 344 S., 26 Euro

Aus d. Engl. v. Karen Witthuhn

TOP 3

3. Jonny Sweet: Der Kellerby-Code

Buchcover „Der Kellerby-Code“ von Jonny SweetWird als Nachspeise Waldfruchtsorbet unter einer Blattgolddecke serviert, in die das Wappen des Hauses geprägt ist, sitzt man bei feinen Herrschaften mit am Tisch. Edward Jevons ist zwar gerade nur so untere Mittelschicht, hat sich aber seinen Platz beim gehypten Theaterregisseur Robert und dessen posher Fast-Verlobter Stanza ergattert, die er noch aus seiner Studienzeit in Cambridge kennt. Obwohl er Stanza gerne für sich selbst hätte, begnügt er sich zunächst mit einer Rolle als persönlicher Dienstleister für die beiden. Irgendwer muss schließlich Flugtickets buchen, Tischdeko organisieren und das Messing polieren. Hauptsache, er gehört jetzt auch mit zur Upper Class und kann in dem englischen Landsitz „Kellerby“ wohnen. Dafür hat er sich auch ein paar Phrasen für den Party-Smalltalk draufgepackt, um sich sprachlich nicht zu outen. So ist Edward auch bereit, sich für Robert diskret um eine besondere Angelegenheit zu kümmern: Eine Erpressung wird unter Zuhilfenahme eines Marsmeteoriten für immer gestoppt. Säge, Ätzsoda und Lavendelseife sind nützlich bei der Beseitigung der Sauerei. Doch könnte sein dabei verlorener Siegelring ihn verraten – und fast lässt sich Edward von Robert, Stanza und der Haferkeksigkeit eines Detectivs täuschen.

Jonny Sweets Debütroman ist groteske Mordgeschichte und schwarzhumorige Gesellschaftskomödie in einem. Dabei profitiert er von seiner Erfahrung mit Sitcoms und Filmkomödien, wenn es um Timing und wohldosierte Absurditäten geht. Ein großer Spaß! Und wir lernen: Whiskey taugt nur in Fassstärke als Brandbeschleuniger.

Suhrkamp, 2026, 365 S., 18 Euro

Aus d. Engl. v. Andrea Stumpf

2. Grän & Waldenfels: Die Frau, der Ruhm und der Tod

Die besten Krimis im Februar 2026: Buchcover „Die Frau, der Ruhm und der Tod“ von Grän & WaldenfelsDas Leben ist kein Schlagermove. Erst recht nicht in den heutzutage gern arg verklärten 1970er-Jahren, als man vermeintlich mit stets zehn cm hohen Plateausohlen, gelben Schlaghosen und grellbunten Polyesterhemdchen frohgelaunt dem Discofox frönte. Solch exzentrische Selbstverschandelungen gab es meist nur samstags im Drei-Programme-TV, wenn zum abendlichen Käse-Igel der bonbonfarbenen Welt des Edelkitschs eine schillernde Bühne bereitet wurde. Christine Grän und Marianne von Waldenfels können sich offensichtlich gut daran erinnern, oder sie haben bestens recherchiert. Im zweiten Band ihrer Retrokrimireihe trällert sich im Jahr 1975 eine Monika Lindner als „Mona Lisa“ ins grelle Scheinwerferlicht der Hitparade. Doch als das Schnulzensternchen bei einer Live-Talkshow interviewt wird, fällt sie – Karamba, Karacho – tot in die langflorigen Zotteln des Flokatiteppichs. Schuld war die Zyankali-Cola. Das TV-Publikum und Manager Otto Nachtsheim brauchen mehr als nur griechischen Wein, um mit so einem Schock klar zu kommen.

Hauptkommissarin Clara Frings wittert Mord und begibt sich in die Abgründe der halbseidenen Schlagerbranche. Dabei geben die Autorinnen ihrem Whodunit neben dem popkulturellen Kolorit auch einen politischen wie gesellschaftlichen Rahmen: Clara kämpft gegen Diskriminierung, Schlagertexter Sascha muss seine Homosexualität verbergen, Ulrike Meinhof erhängt sich am Fenstergitter von Zelle 719 in Stammheim, und aus der DDR führt der Weg nur über die Glienicker Brücke. Und während all dem basteln leicht zu begeisternde Teens unschuldig ihre ersten Yps-Gimmicks zusammen … Ein Zeit-Konzentrat, bei dem Boomern eine wohlige Lust auf Scheiblettenkäse und Schwarzwälder Kirschtorte befallen dürfte. Und wann wird’s mal wieder richtig Sommer? Dann ist zumindest wieder Schlagermove.

Droemer, 2025, 320 S., 18 Euro

1. Anne Stern: Die weiße Nacht

Buchcover „Die weiße Nacht“ von Anne SternMit dem Zweiten sieht man besser – wenn man denn eins hat. Kriminalkommissar Alfred König kommt nach dem Krieg mit einer Augenklappe aus dem NS-Zuchthaus zurück und muss im strengen Winter 1946 einen Mordfall in den verschneiten Berliner Ruinen durchschauen. Eine Frauenleiche mit gefalteten Hände wird gefunden. Welche Bedeutung sich hinter dieser Inszenierung verbirgt, darüber kann sich König zunächst kein rechtes Bild machen. Unterstützung bekommt er jedoch von der jungen Fotografin Lou Faber, die mit ihrem scharfen Blick für Details bei den Ermittlungen hilft, den richtigen Fokus zu finden. Zunächst aber beäugt König sie misstrauisch, da er Lou als sensationsheischende Pressetussi sieht. Als ähnlich drapierte Leichen gefunden werden, gerät eine ehemalige Klinik in den gemeinsamen Sucher. Lous Intuition und Königs stures Nachhaken ergänzen sich, auch wenn nicht jede Schuld gesühnt werden kann. Mit ihrer neuen Serie lässt Anne Stern manch Grauen der 1930er nachwirken und fängt die alltägliche Not in der Nachkriegszeit bewegend ein. Da es Lou bei karger Kost und Ersatzkaffee-Plörre fröstelt, muss sie dringend Brennholz finden – sonst landen wohlmöglich noch ihre Thomas-Mann-Romane im Kanonenofen …

Piper, 2026, 400 S., 25 Euro

Riskieren Sie auch einen Blick auf unsere Liste der besten Krimis im Januar 2026!

 

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