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Die Wehleider: Deutsches Schauspielhaus, Hamburg

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(Foto: Matthias Horn)

Traurigkomisch: Christoph Marthaler inszeniert „Die Wehleider“ nach Gorki

Irgendwie sind die Protagonisten des Langsamkeitszauberers Christoph Marthaler doch immer schon „Wehleider“ – traurigkomische Figuren, denen man die Bewältigung selbst einfacher Alltagsgeschäfte nicht zutrauen möchte und die dennoch eine gewisse Würde behalten, und sei es auch eine Würde im Selbstmitleid.

In „Die Wehleider“ nach Motiven aus Gorkis „Sommergäste“ aber zeichnet Marthaler eine wehleidige Welt mit für diesen Regisseur überraschend realpolitischen Untertönen: Das Ensemble (das neben altgedienten Marthaler-Spielern wie Josef Ostendorf und Bettina Stucky mittlerweile auch offen für neue Protagonisten wie Gala Othero Winter und Anne Müller ist) langweilt sich in einer runtergekommenen Turnhalle. Keiner weiß, was sie dort eigentlich machen – Urlaub? Integrationskurs? Schutz vor dem Außen? Und wartet außen womöglich eine Bedrohung? Ist die Turnhalle die sprichwörtliche Festung Europa, in der man vor sich hin dämmert?

Jedenfalls: Wer sich auf diese Illusion des Schutzraums beruft, wird „sich in der Zukunft für Verbrechen an den Grenzen, in den Lagern, für die unsinnige Verteidigung eines Wohlstands für Wenige, legitimieren müssen.“ Holla.

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