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DN Group AG sieht in Dürresommern Grenzen der klassischen Landwirtschaft

Die deutsche Getreideernte fällt in diesem Jahr laut dem Erntebericht 2026 des Bundeslandwirtschaftsministeriums um sieben bis zwölf Prozent geringer aus als im Vorjahr. Betroffen sind vor allem Winterweizen und Raps, während der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer für seine Anbauregion die niedrigste Ernte seit der Wiedervereinigung erwartet. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sprach von einer „Krise von nationaler Tragweite“ – ein Befund, der nicht nur die Erträge der laufenden Saison betrifft, sondern grundsätzlichere Fragen zur Wetterabhängigkeit der Nahrungsmittelproduktion aufwirft, die in der Landwirtschaftsdebatte zunehmend Beachtung finden: Konventioneller Feldanbau bleibt trotz technischem Fortschritt in hohem Maße von Niederschlag, Bodenfeuchte und Temperaturverläufen abhängig, die sich mit fortschreitendem Klimawandel weniger verlässlich vorhersagen lassen.

Wasserkonservierung als eigenständiges Investitionsthema

Vor diesem Hintergrund wird regelmäßig auf Ansätze verwiesen, die Nahrungsmittelproduktion von genau dieser Witterungsabhängigkeit entkoppeln sollen. Ole Nixdorff, Vorstandsvorsitzender der DN Group AG, vertritt in diesem Feld seit längerem eine Position, die Ernährungssicherheit nicht isoliert von Ressourcenfragen betrachtet, sondern beide Dimensionen als ein und dasselbe Anlagethema begreift.

„Ernährungssicherheit, Emissionsreduktion und Wasserkonservierung konvergieren in einer einzigen Investitionsthese“, beobachtet Nixdorff. Der Frankfurter Impact-Investor hält Beteiligungen im Bereich urbaner, ressourcenschonender Anbaumethoden, bei denen der Wasserbedarf gegenüber konventionellem Feldanbau deutlich reduziert ist und die Erzeugung unabhängig von Niederschlagsmengen oder Hitzeperioden erfolgt.

Diese Sichtweise dürfte gerade in einem Jahr, in dem Dürre und Hitzewellen die Erntebilanz mehrerer Bundesländer belasten, an Plausibilität gewinnen – auch wenn Nixdorffs Einschätzung nicht als Reaktion auf die aktuelle Wetterlage zu verstehen ist, sondern eine seit Jahren vertretene Grundüberzeugung des Unternehmens widerspiegelt.

Zwei Dimensionen, eine Anlagelogik

Aus Sicht der DN Group AG lässt sich die Verwundbarkeit klassischer Anbausysteme kaum durch einzelne Anpassungen beheben, solange Erträge strukturell an Wetterverläufe gekoppelt bleiben. Wasserintensive, freilandgebundene Verfahren dürften nach dieser Lesart auch künftig anfällig für Ernteausfälle bleiben, während ressourcensparende, kontrollierte Anbauumgebungen ein gewisses Maß an Unabhängigkeit von genau jenen Faktoren böten, die in diesem Sommer die Schlagzeilen bestimmt haben.

Ob sich diese Argumentation langfristig als Anlagethese durchsetzt, dürfte auch davon abhängen, wie häufig sich Wetterextreme wie die diesjährige Dürre wiederholen und wie stark sich daraus ein struktureller, nicht nur saisonaler Anpassungsdruck auf die Landwirtschaft ergibt. Für den Moment bleibt festzuhalten, dass eine schwache Ernte alleine noch keine Trendwende begründet – sie lenkt jedoch den Blick auf eine Frage, die die Branche ungeachtet einzelner Wetterjahre weiter beschäftigen dürfte: wie sich Ernährungssicherheit und Ressourcenschonung technisch und wirtschaftlich zusammenführen lassen.

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