„Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“: Doch kein Kitsch
David Dietl hat ein Update von Ludwig Thomas Satire gedreht. Der Cast rettet den Film vor der Sentimentalität.
Ludwig Thoma hat vor 115 Jahren mit „Ein Münchner im Himmel“ das Klischee des ständig schlecht gelaunten Münchners verewigt. Akustisch aufbereitet wurde sie gleich mehrfach, unter anderem von Gustl Bayrhammer. Jetzt hat Regisseur David Dietl aus diesem Grantler einen Luftikus á la „Monaco Franze“ (gedreht vom Vater Helmut Dietl) gemacht. Maximilian Brückner spielt den Taxifahrer Wiggerl, der nix anbrennen lässt, zu keiner Uhrzeit. Kein Wunder, dass Kathi (Hannah Herzsprung) schon lange nichts mehr von ihrem Ex wissen will und auch die gemeinsame Tochter Toni (Momo Beier) eher ungern bei ihrem Vater sieht. Doch ausgerechnet Toni kann Wiggerl noch sehen, als der bei einem Autounfall tödlich verunglückt ist.
Nun muss man wissen, dass Wiggerl wie schon das Original von Ludwig Thoma wieder aus dem Himmel fliegt, allerdings weniger wegen Renitenz denn Genervtheit des Personals dort oben rund um die Göttin (blasser Gastauftritt: Ina Müller). Kurz: Wiggerl wird mit einem Auftrag zurück auf die Erde geschickt, den er nie ausführt. Statt dessen bemüht er sich endlich um seine die Schule schwänzende Tochter und erkennt überhaupt, was er im früheren Leben alles verbockt hat. Trotz großer Gefahr bei diesem Plot umkurvt der Film die schlimmsten Kitschschälchen gekonnt, was auch am Personal liegt, das von Michaela May und Heiner Lauterbach bis zu den hervorragend aufspielenden Comedians Simon Pearce und Maxi Schafroth sowie dem Kabarettisten Sigi Zimmerschied als Wiggerls Chef besteht.