KULTUR

Einweghandschuhe in der Gastronomie – Sinnvoll oder nur Show?

Hände in Handschuhen bereiten Teig zu

Es gibt sie aus unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Größen. Der Onlineshop hautsache-protect.de bietet hier eine reichhaltige Auswahl an Einmalhandschuhen in unterschiedlichsten Ausführungen an.

An der Verwendung von Einweghandschuhen in der Gastronomie scheiden sich die Geister: Sind sie in der Gastronomie sinnvoll oder dienen sie lediglich dem Showeffekt? Hier gibt es Antworten auf diese Frage.

Hygienischer – Ja oder nein?

Wenn eine gute Hygiene der Hände vorliegt, dann ist das Arbeiten mit Einmalhandschuhen nicht hygienischer als mit “nackten” Händen. Aktuelle Studien haben gezeigt, dass Einweghandschuhe sogar unhygienischer sein können als gewaschene Hände. Manch ein Koch nimmt das Wort “Einweg” nicht so genau und wechselt die Einweghandschuhe nicht regelmäßig genug. Im Grunde genommen sollten die Handschuhe regelmäßig nach jedem Produkt- oder Tätigkeitswechsel ausgetauscht werden. Über den Tag verteilt ist der Verschleiß an Einmalhandschuhen enorm und mit hohen Kosten für den Gastronomen verbunden. Hinzu kommt, dass man auch bei der Verwendung von Einweghandschuhen nicht um ein regelmäßiges Waschen der Hände herumkommt. Sowohl vor dem Tragen der Handschuhe sollten die Hände gewaschen werden, um die Einweghandschuhe nicht zu kontaminieren. Ebenso danach, da die Haut schnell in den Handschuhen schwitzt und sich Bakterien bilden.

Gericht Zubereitung auf Teller und Hände in Handschuhen

Nur Showeffekt für den Gast und den Kunden?

Mit Handschuhen verbindet der Gast im Restaurant oder der Kunde an der Käsetheke üblicherweise einen hohen Hygienestandard. Daher setzen viele Gastronomie- und Lebensmittelbetriebe auf die Verwendung von Einmalhandschuhen, um dem Gast bzw. Kunden den Eindruck zu vermitteln, hygienisch einwandfrei zu arbeiten. Es wird darauf gebaut, dass das beim Gast entstandene Bild von der perfekten Hygiene auf den gesamten Betrieb übertragen wird und er positiven Eindruck mitnimmt.

Wann sind Einweghandschuhe sinnvoll?

Der Dauereinsatz von Einweghandschuhen sollte vermieden werden, da er keine nennenswerten Vorteile bietet. Allerdings gibt es durchaus Situationen, in denen der Einsatz von Einmalhandschuhen Sinn macht, insbesondere dann, wenn sie zum Schutz der Hände beitragen. Ein Koch sollte zu Einweghandschuhen greifen, wenn er:

  • stark riechende oder färbende Lebensmittel verarbeitet
  • empfindliche, offene oder verletzte Hände hat
  • unter Allergien leidet

Verarbeitung von stark riechenden oder färbenden Lebensmitteln

Das Tragen von Einweghandschuhen empfiehlt sich, wenn man beispielsweise mit Rotkraut oder Roter Bete arbeitet, um eine Verfärbung der Finger zu vermeiden. Auch beim Schneiden von Knoblauch, Zwiebeln und Lauch und der Zubereitung von Fisch bietet sich das Tragen von Einmalhandschuhen an, damit die Hände nicht den Geruch der Lebensmittel annehmen. Beim Umgang mit Chilischoten, Pfeffer oder Essig oder Spülmitteln kann eine Reizung der Haut ebenfalls auf diese Weise vermieden werden.

Empfindliche, offene oder verletzte Hände

Da Hände im Küchenalltag permanent mit Wasser und Flüssigkeiten in Kontakt kommen, sollten gerade Köche mit empfindlichen Händen diese mit Einweghandschuhen schützen. Hat man kleine Schnittverletzungen, machen Einmalhandschuhe in zweierlei Weise Sinn. Zum einen schützen sie die Lebensmittel davor, eventuell mit der blutigen Wunde in Kontakt zu kommen und zum anderen verhindern sie, dass Bakterien in die Schnittwunde dringen.

Allergien

Mancher Koch mag unter Allergien leiden und seine Haut reagiert auf bestimmte Lebensmittel und Flüssigkeiten mit Ausschlag oder extremer Trockenheit. Auch in diesem Falle ist das Tragen von Einweghandschuhen angebracht.

Welche Arten von Einweghandschuhen gibt es?

Einmalhandschuhe gibt es aus verschiedenen Materialien, die jeweils bestimmte Eigenschaften aufweisen. So kann ein jeder die Art von Einmalhandschuh wählen, die für seine Bedürfnisse hinsichtlich Verwendungszweck und Hautbeschaffenheit am geeignetsten sind.

Latex-Handschuhe

Das aus Kautschukbäumen gewonnene Material ist äußerst elastisch und daher bestens für Einweghandschuhe geeignet. Latex-Handschuhe bieten eine gute Passform, sind beständig gegen Fett und Öl und lebensmittelecht. Für die Gastronomie und die Lebensmittelbranche sind sie daher bestens geeignet. Bei Allergikern kann Latex jedoch Hautreizung verursachen.

Vinyl-Handschuhe:

Sie werden aus PVC hergestellt und sind sehr kostengünstig, allerdings weniger elastisch, beispielsweise Latex-Handschuhe. Zudem sollten sie nur bei der Zubereitung von nicht-fettenden Lebensmitteln verwendet werden.

Nitril-Handschuhe:

Nitril ist ein sehr elastisches synthetisches Material, das äußerst hautverträglich ist, da es kein Latex enthält. Nitril-Handschuhe sind bestens für den Einsatz in der Küche geeignet, da sie beständig gegen Fett, Öl und Chemikalien sind.

Polyethylen-Handschuhe:

Einweghandschuhe aus diesem thermoplastischen Kunststoff sind extrem reißfest sowie lebensmittelecht und beständig gegen Fette und Öl.

Bio-Handschuhe:

Bio-Handschuhe sind zu 100% kompostierbar, wasserdicht und lebensmittelecht. Allerdings sind sie nur bis 40°C wärmebeständig. Da sie klimaneutral hergestellt werden, tut der umweltbewusste Koch auch der Umwelt etwas Gutes.

Baumwollhandschuhe:

Handschuhe aus Baumwolle sind äußerst hautfreundlich, angenehm zu tragen und bei 60°C waschbar. Sie eignen sich in der Gastronomie besonders zum Eindecken der Tische und für den Umgang mit heißem Geschirr und Besteck.

Fazit: Einweghandschuhe sind nicht nur Show

Einen bloßen Showeffekt kann man den Einweghandschuhen nicht nachsagen. Es gibt durchaus Situationen, in denen das Tragen von Einmalhandschuhen sinnvoll ist. Die Devise dabei lautet: So kurz wie möglich, aber so lang wie nötig.

Nichts verpassen! Einfach unseren Kultur-Newsletter abonnieren! Anmelden