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Elizabeth Olsen: „Ein völlig narzisstischer Ansatz der Menschheit“

Elisabeth Olsen spielt die Hauptrolle in dem Film „The Assessment“. kulturnews führte ein Interview mit der Schauspielerin.
Elisabeth Olsen spielt die Hauptrolle in dem Film „The Assessment“. kulturnews führte ein Interview mit der Schauspielerin. (Foto: Capelight Pictures)

Der Film „The Assessment“ der Regisseurin Fleur Fortuné – ab 3. 4. im Kino – spielt in einer dystopischen Zukunft. kulturnews sprach mit der Schauspielerin Elizabeth Olsen über den Egoismus der Menschen und die Antwort eines diktatorischen Staates.

Elizabeth Olson, „The Assessment“ (hier die Rezension) verhandelt von Frauenrechten über den Klimawandel bis hin zu staatlicher Repression, so viele Themen, dass es schwer fällt, eines davon herauszustellen. Welcher der Aspekte hat Sie an dem Film gereizt?
Elizabeth Olsen: Auch wenn der Film all diese Themen behandelt, fühlt man sich trotzdem nicht von einer Message erschlagen. Was mir gefällt, ist, dass alles, was dem Paar im Film wieder fährt, zu unserem Leben dazugehört. Und dem Film gelingt es, all diese Fragen nur mit drei Personen in einer Art Kammerspiel zu behandeln. Es hat mir auch gefallen, eine Geschichte in all ihrer Absurdität auf spielerische Weise zu erzählen, denn ehrlicherweise sind gerade die schlimmen Dinge, die uns im Leben widerfahren, absurd und auf gewisse Weise lustig.

Als der Film vor zwei Jahren gedreht wurde, war die politische und gesellschaftliche Lage bereits schwierig. Jetzt im Jahr 2025 scheint alles völlig verrückt zu werden. Haben Sie das während der Arbeit an dem Film bereits vorausgedacht?
Olsen: Wir haben die Entwicklung hinsichtlich des Rücknahme des Abtreibungsgesetzes (Roe gegen Wade aus dem Jahr 1972) in den USA und den Aufstieg von nationalistischen Regimen in aller Welt während der Arbeit an dem Film genau verfolgt. Was uns aber am meisten beschäftigte, war die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten und der widersinnige Anspruch des Menschen, immer länger leben zu wollen, sich aber nicht um seine Umwelt zu kümmern. „The Assessment“ handelt ja auch von staatlicher Geburtenkontrolle, die versucht dem Problem schwindender Ressourcen auf diese Art zu begegnen, was einige Regierungen ja auch schon probiert haben.

Im Film „Soylent Green“ von 1973 wirft Regisseur Richard Fleischer einen düsteren Blick auf die Zukunft und zeigt die Welt im Jahr 2022 am Abgrund. Wie weit in die Zukunft ist „The Assessment“ gedacht?
Olsen: Ich bin keine Expertin, aber es geht ja um die Frage, was für eine Welt wir unseren Kindern und Enkelkindern hinterlassen wollen. Es ist ja ein völlig narzisstischer Ansatz der Menschheit, nur nach dem Prinzip „Ich, Ich, Ich, Haben, Haben, Haben“ zu handeln. So kann das nicht funktionieren.

Sie spielen sowohl in kleinen Indie-Filmen als auch in gigantischen Blockbusterproduktionen mit. Wollen Sie das auch in der Zukunft so halten?
Olsen: Ich gehe bei meinen Entscheidungen nicht von der Größe eines Projekts aus, sondern suche mir die besten Geschichten, und die können durchaus auch im Fernsehen stattfinden. Ich reiße mich zwar nicht darum, in Filmen mit wahnsinnig schwieriger Finanzierung zu spielen, aber meistens sind das die interessantesten Themen.

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