Emil und die Detektive im Kino: Frischzellenkur für einen Klassiker
Bei David Dietl wird Erich Kästner zum rasanten Großstadt-Abenteuer, in dem auch Berlin zum Hauptdarsteller wird.

Ist „Emil und die Detektive“ der erfolgreichste deutsche Jugendroman? Erich Kästners 1929 erschienenes Buch gehört seit Jahrzehnten zur festen Lektüre vieler Schülerinnen und Schüler und wurde nicht ohne Grund mehrfach für Kino, Bühne und Fernsehen adaptiert. Dabei war Kästners Geschichte für ihre Zeit durchaus ungewöhnlich: Statt sie in eine behütete Kinderwelt zu entlassen, schickte der Autor seine jungen Heldinnen und Helden mitten hinein ins echte Berlin. Nur echt mit fiesen Ganoven und Großstadtverkehr. Diese selbstbewusste Mischung aus spannender Detektivgeschichte und kindgerechtem Humor, gepaart mit einer ordentlichen Portion „Wachs’ über die selbst hinaus!“-Motivation, macht den Roman bis heute zu einem zeitlosen Klassiker.
Nun bekommt der Stoff erneut eine moderne filmische Interpretation. Emil (Nicholas Jonah Peter) soll die Sommerferien bei seiner Oma in Berlin verbringen. Doch auf dem Weg in die Hauptstadt passiert das Unglaubliche: Der Junge gerät ins Visier des skrupellosen Betrügers Max Grundeis (Merlin Sandmeyer), der ihn ausraubt und schon kurz darauf über alle Berge verschwunden ist. Doch nicht mit Emil! Der erkennt den Dieb in Berlin wieder und nimmt kurzerhand die Verfolgung auf. Gemeinsam mit Pony (Toni Lara), Gustav (Kilian Kasa), Anh (Ai Vy Bui), Dienstag (Bela Plass) und Jason (Camille Moltzen) kommt es zu einem abenteuerlichen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Fernsehturm, Siegessäule und Brandenburger Tor …
Wer eine angestaubte Neuverfilmung erwartet, darf erfreut aufatmen! Regisseur David Dietl („Feste und Freunde“) verpasst „Emil und die Detektive“ eine moderne Frischzellenkur und holt die Geschichte ins Hier und Jetzt: E-Roller ersetzen die Fortbewegungsmittel vergangener Zeiten, Smartphones und moderne Technologie werden zu wichtigen Werkzeugen der jungen Detektive, und auch das bunt und divers besetzte Ensemble entspricht ganz selbstverständlich dem Berlin von heute. Gleichzeitig ist der Film eine große Liebeserklärung an die Hauptstadt. Dietl nutzt die Möglichkeiten der großen Leinwand und macht Berlin nicht bloß zum austauschbaren Hintergrund, sondern lässt die Metropole selbst zum Teil des Abenteuers werden. Mit großen Bildern, rasanter Inszenierung und ordentlich Tempo fühlt sich „Emil und die Detektive“ nicht wie ein altbackenes Fernsehspiel, sondern wie ein waschechter Kinofilm an.
Kids+Teens


Arnie & Barney – Retten das Wasser: Kleine Krabbler ganz groß

„Marsupilami“ im Kino: Spaß auch für Erwachsene

Mit Dizzy Disco und den „Heartstoppers“ ins „Plitsch Platsch forever“

