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„Europa. Kontinent im Umbruch“: Die Zukunft hat Ansprüche

Arte zeigt mit „Europa. Kontinent im Umbruch“ einen wichtigen Beitrag zu allen drängenden Themen, denen die Politik sich stellen muss.

Die Dokumentationsreihe Europa Kontinent im Umbruch (jetzt auf Arte und in der Mediathek) bietet eine Zusammenfassung aller wichtigen gesellschaftlichen und politischen Themenbereiche, in denen in den kommenden Jahren revolutionäre Veränderungen notwendig sind, wenn die Gemeinschaft demokratischer Staaten, die als solche ja inzwischen schon in Frage gestellt wird, nicht scheitern soll. Die sechsteilige Serie geht dafür von Finnland bis Nordafrika für Interviews und Reportagen auf die Suche und findet immer wieder hochkompotente Personen – Expertinnen und Experten für Logistik und Verkehr, Ernährung, Energieversorgung, Digitalisierung, die Natur, aber auch hinsichtlich der Auswirkungen von jeglicher Form von Migration auf alle Staaten, kurz: Diese Dokumentationsreihe ist sehr komplex. Und dennoch leicht zu verstehen.

Europa. Kontinent im Umbruch hat viele Macher im Hintergrund: Pierre-Olivier Francois, Nina Maria Paschalidou, Tonislav Hristov, Andreas Pichler, Joakim Demmer führten Regie bei den einzelnen Teilen, sie hatten jeweils ein großes Rechercheteam in der Hinterhand, die die Basis schafften für eine fundierte Berichterstattung zu hoch komplexen Themen. Doch die Wahl der Expertinnen und Experten ist gelungen: Die O-Töne vermitteln nicht Unverständliches, sondern kommen aus der Praxis und sind deshalb leicht verständlich. Aber sie sind herausfordern, und zwar wegen ihrer dringlichen Aufforderung, unmittelbar zu handeln. Europa. Kontinent im Umbruch zeigt nicht die automatische Verändeurng der europäischen Gemeinschaft, sondern deren Notwendigkeit: Wenn Europa nicht untergehen will, muss es sich drastisch weiterentwickeln.

In Polen sehen die Bergarbeiter schlicht nicht ein, wegen des Klimawandels ihren Job zu verlieren. Derweil bringen sich in Frankreich kleinere Landwirte um, weil sie pleite gehen. Und in Finnland setzt man weiterhin auf Atomenergie so wie auch in Frankreich: Europa. Kontinent im Umbruch macht es einem nicht leicht: Doch immer wieder werden Lösungsansätze diskutiert, Beispiele aus der Praxis vorgestellt und Menschen präsentiert, die in ihren Bereichen visionär unterwegs sind.

Arte hat mit Europa. Kontinent im Umbruch anlässlich seines 30-jährigen Bestehens nicht zuletzt auch einen unmissverständlichen Beleg für die Bedeutung des Senders geliefert. Dokumentationsreihen wie diese, die internationale Produktionen sind, zeigen, was ein internationaler Sender auf die Beine stellen kann und wie er sich im Zentrum von Diskursen zu behaupten vermag. Der Sender ist den Themen gewachsen. Ob es die Poltik und Gesellschaft auch sind?

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