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Fabian Saller blickt nach vorn mit „Avalanche“

Fabian Saller Porträtfoto
Foto: Fleet Union

Erst im vergangenen Monat startete Fabian Saller mit der Single „Knocked Out For Good“ sein Debüt. Mit „Avalanche“ kam direkt Nachschub: Nach dem Upbeat-Song über durchtanzte Nächte mit passendem Sommersound hat sich der Singer-Songwriter aus Düsseldorf nun den sanfteren Tönen gewidmet. In seiner neuen Single singt Fabian Saller über die Herausforderung, nach einem schweren Schicksalsschlag wieder aufzustehen und neue Hoffnung zu schöpfen.

„Avalanche“ ist die zweite Singleauskopplung seiner Debüt-EP – „Turn Heads“ erscheint am 27. August. Die Tour zu der sechs Songs starken Platte startet ebenfalls im August. Weiter unten im Beitrag findet ihr alle Live-Termine. Wie Fabian Saller zu seiner Musik gekommen ist und was es mit seiner neuen Single auf sich hat, erfahrt ihr im Interview mit kulturnews. Heute ist das Video zu „Avalanche“ erschienen. Schaut euch die Videopremiere hier auf unserer Seite an:


Fabian, in deiner neuen Single „Avalanche“ erzählst du von aufwühlenden Emotionen und dem Weg zurück zum Vertrauen. Was steckt hinter dieser Geschichte?

Fabian Saller: Einem guten Freund von mir ist unvorstellbares Leid widerfahren. Dieses Leid hat ihn in seinen Grundfesten erschüttert, auch nach einiger Zeit – die Ereignisse zumindest theoretisch sortiert – hat er gemerkt, dass jeder Schritt, den er in Richtung eines normalen Lebens ging, mit großer Angst besetzt war. Durch das, was er erlebt hat, fehlte das Urvertrauen, diese ungreifbare, tief verankerte Sicherheit, dass irgendwie alles gut enden müsste. Nur langsam, auch durch neue, wunderbare Personen in seinem Leben, konnte wieder eine Art Normalität erreicht werden und das begleitet von einem ambivalenten Gefühl. „I wonder why?“, die Schlüsselzeile des Songs befasst sich mit der Frage, wieso es ’nicht‘ wieder bergab geht, woher die neuen Mauern kommen und wie stabil sie sein mögen. Diese Geschichte hat er mir geliehen und ich habe mich der Aufgabe gewidmet, einen Song darüber zu schreiben, der das Leid in eine Form gießt, umgeben von Trauer und Angst, aber auch von Liebe und Hoffnung.

Vor wenigen Wochen ist deine erste Single „Knocked Out For Good“ erschienen. Wie lief der Startschuss für dich?

Fabian: Ich bin ehrlich gesagt noch immer überwältigt! Mich haben super viele Nachrichten erreicht, auch von Freunden und Bekannten, bei denen ich nicht damit gerechnet hätte. Wir haben so lange hingefiebert auf diesen Moment und ich bin sehr dankbar, dass wir ihn so erleben durften. „Knocked Out For Good“ hat uns einige Türen ein Stück geöffnet und ich freue mich dementsprechend sehr auf alles, was in diesem Jahr deswegen noch passiert..

Wie kamst du zum Songschreiben und welche Musikstile oder Künstler:innen haben dich inspiriert?

Fabian: Ich hab‘ super früh angefangen, eigene kleine Melodien zu komponieren und habe auch bei Songs, die ich geliebt habe immer versucht, neue Variationen zu singen. In frühem Alter haben mich sicherlich die ersten zwei oder drei Coldplay-Alben am meisten geprägt. Über die Jahre hat meine Familie viel Jazz gehört und ich hab die Musiker geliebt, die den Spagat zwischen Jazz und Pop für mich gut gemeistert hatten. Jamie Cullum, Ben Folds und später Tom Misch und Jordan Rakei. Heute höre ich ein viel breiteres Spektrum an Musik, aber ich bin im Moment sehr beeindruckt von der deutschen Indiepop Szene rund um Jeremias, Provinz, Schmydt und Majan (ja ich weiß, die letzten zwei eher HipHop haha).

Im August erscheint deine Debüt-EP „Turn Heads“. Für welchen Sound steht die Platte und was machen die sechs Tracks darauf aus? 

Fabian: Die Frage finde ich ziemlich schwer, weil ich darauf ganze Aufsätze oder auch nur wenige Worten schreiben könnte. Am Ende ist es ganz bestimmt eine Pop-Platte, nah am Indiepop, ein bisschen angelehnt im Funk und Soul und grundsätzlich vom Sound modern. Für mich macht auf jeden Fall die Vielfalt der Tracks die EP besonders, ich hab schon gesagt, dass ich Musik aus verschiedenen Sparten liebe und es würde mir unglaublich schwer fallen, nur in einem Sound zu schreiben. Bei Turn Heads und Knocked Out For Good sind es eingängige Sommersounds, Avalanche trägt für mich die wichtigste Geschichte, Crawling beschreibt ein für mich sehr persönliches Thema und ist als 6/8 sicherlich alleine gestellt. Das EP Intro und Lost Forever sind für mich deswegen so besonders, weil Sie eine Ehrerbietung sind, an all die Elemente, die ich in Musik geliebt habe und aktuell lieben lerne. So oder so ist die EP das Stück meines Herzens, mit dem ich mich in meinem ersten Schritt an die Musikwelt wenden möchte, was ich euch zeigen will. Da fällt mir auf, dass ich gerade auch das erste Mal alle Songtitel vorgestellt habe, 27.08.2021!

Deine erste Tour quer durchs Land steht kurz vor dem Start. Mit was für einem Gefühl gehts du daran?

Fabian: Kurz und knackig: Mit einem Glücksgefühl so groß, dass ich gar nicht weiß, wohin damit. Ich liebe nichts auf der Welt so sehr, wie live zu spielen. Jetzt habe ich auch noch mein unglaubliches Team hinter mir und weiß, was wir uns alles überlegt haben, um auf unseren ersten Konzerten all das zu zeigen, was wir können und lieben. Es gibt nichts, worauf ich mich so sehr freue und – bitte versteht das nicht als Selbstüberschätzung sondern als Bekenntnis meiner riesigen Vorfreude – ich kann’s nicht erwarten, die Bühne auseinander zu nehmen. (Eventuell hab ich nicht ausreichend erwähnt, dass ich mich sehr freue!)

Fabian Saller – Turn Heads Live 2021

  • 06.08. Wipperfürth, Alte Drahtzieherei
  • 09.08. Mainz, Frankfurter Hof
  • 15.08. Witten, Blue Beach
  • 20.08. Wuppertal, Dach der Stadt Festival (+ Jeremias)
  • 27.08. Köln, EP-Release-Konzert
  • 11.09. Ratingen, Jetzt & Immer Festival (+ Provinz, Goldroger)
  • 18.09. Frankfurt, Peek & Cloppenburg
  • 24.09. Köln, Literatur in den Häusern der Stadt
  • 25.09. Düsseldorf, Peek & Cloppenburg
  • 02.10. Berlin, Peek & Cloppenburg

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